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Dell zieht sich von der Börse zurück

Der Deal ist perfekt: Dell, der einst größte Computerhersteller der Welt, wird sich von der Börse zurückziehen. Firmengründer Michael Dell fädelte mit einer Investorengruppe die Übernahme ein: 24,4 Milliarden Dollar kostet das Delisting der Aktiengesellschaft. Microsoft beteiligt mit 2 Milliarden Dollar, um den kriselnden PC-Hersteller weiter als Windows-Plattform am Leben zu erhalten. Der Multimilliardär Dell, der 2007 an die Konzernspitze zurückkehrte, riskiert mit der Übernahme sein Vermögen.

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Der Deal ist perfekt: Dell, der einst größte Computerhersteller der Welt, wird sich von der Börse zurückziehen. Firmengründer Michael Dell fädelte mit einer Investorengruppe die Übernahme ein: 24,4 Milliarden Dollar kostet das Delisting der Aktiengesellschaft. Microsoft beteiligt mit 2 Milliarden Dollar, um den kriselnden PC-Hersteller weiter als Windows-Plattform am Leben zu erhalten. Der Multimilliardär Dell, der 2007 an die Konzernspitze zurückkehrte, riskiert mit der Übernahme sein Vermögen.

Wie man in den Wald hinein ruft: 1997 war es, als Michael Dell, seinerzeit größter Computerhersteller der Welt, erklärte, wenn er Apple-CEO wäre, würde er den leckgeschlagenen Computerpionier von der Börse zu nehmen und die Aktionäre auszahlen. Steve Jobs hat sich das Bonmot gut gemerkt und schrieb 2006, als Apple den PC-Anbieter nach Börsenwert überholte, an seine Mitarbeiter, dass Michael Dell wohl doch nicht so gut darin sei, die Zukunft vorherzusagen.

Weitere sieben Jahre später haben den Selfmade-Milliardär seine Worte nun gänzlich eingeholt: Apple ist das wertvollste Unternehmen der Welt, und Dell zieht sich selbst von der Börse zurück – auf Betreiben seines Gründers, wohl gemerkt.

Trotz Milliardengewinnen an der Börse gemieden

Dell im Jahre 2013: Das ist zumindest an der Börse nur noch ein Schatten früherer Glanztage. Bei 13,65 Dollar, für die Dell nun das Börsenparkett verlassen will, ist die Aktie nicht mal mehr ein Viertel der früheren Allzeithochs auf dem Höhepunkt der Internet-Blase wert, als der PC-Hersteller für einen Börsenwert jenseits der 100 Milliarden-Dollar-Grenze gehandelt wurde.

Dabei verdient Dell weiter Milliarden. Im abgelaufenen Geschäftsjahr fuhr der drittgrößte PC-Hersteller der Welt immerhin 4,4 Milliarden Dollar ein. Das Wachstum indes entwickelte sich zuletzt rückläufig; der kriselnde Computermarkt macht dem einstigen PC-Primus zu schaffen. Die neue Wachstumsmärkte Tablet und Smartphone hat Dell komplett verschlafen.

Microsoft steht zur Seite, HP tritt nach

Der Rückzug von der Börse ist also vor allem vor Hintergrund der Restrukturierung zu verstehen, die ohne Quartalsbilanzen und die üblichen Dramen an der Börse leichter vonstatten gehen dürfte – ein klares Zeichen, dass die immer hysterischeren Kapitalmärkte nicht unbedingt immer den fairen Wert eines Unternehmens abbilden.

Über 24,4 Milliarden Dollar läuft nun das Angebot an die freien Aktionäre, das Michael Dell zusammen mit einem Investorenkonsortium unter Führung der Private Equity-Gesellschaft Silver Lake unterbreitet hat. Zur Seite steht Dell, der Milliarden aus seinem Privatvermögen investiert, dabei auch ein alter Weggefährte: Microsoft finanziert den Deal mit 2 Milliarden Dollar, um sich eine maßgebliche Plattform für seine Windows-Software zu sichern.

Ein Rivale trat dagegen genüsslich nach: HP ermunterte Dell-Kunden in einem Statement auf die andere Seite zu wechseln. Keine Frage: In der schwindsüchtigen Computerbranche ist ein wahrer Überlebenskampf entbrannt.

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