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G+J: Sozialplanverhandlungen gescheitert

Es ist das vorläufige Ende langwieriger Verhandlungen: Die Gespräche über einen Sozialplan bei den Wirtschaftsmedien von Gruner + Jahr sind erst einmal gescheitert. Der Betriebsrat und die Geschäftsführung konnten sich nicht auf eine verbindliche Regelung für die rund 350 betroffenen Mitarbeiter der Financial Times Deutschland und der Magazine Capital, Impulse, Business Punk und Börse Online einigen. Laut Betriebsrat hätten sich „die Arbeitgebervertreter nach ersten Einigungen in der Hauptsache unbeweglich gezeigt“.

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In einer Pressemitteilung sprechen die Arbeitnehmervertreter davon, dass das G+J–Management angeboten hätte, den Mitarbeitern ein halbes Monatsgehalt je Beschäftigungsjahr zu zahlen. Ein weiteres halbes Monatsgehalt sollte es zudem geben, wenn die Betroffenen auf eine Kündigungsschutzklage verzichten würden. Dies lehnten die Arbeitnehmer ab.

Der Betriebsrat war mit der Forderung von 1,5 bis zwei Monatsgehältern pro Beschäftigungsjahr plus einem Sockelbetrag von 25.000 Euro in die Verhandlungen gegangen.

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Die Gesamtbetriebsratsvorsitzende Anke Schulz beklagt, dass Gruner + Jahr seiner sozialen Verantwortung nicht gerecht werde, „und das in der schlimmsten Medienkrise seit Bestehen der Bundesrepublik“. Zudem bemängelt sie, dass das aktuelle Angebot nicht an frühere Sozialpläne heranreiche, die der Verlag früher geschlossen hätte.
Der nächste Schritt im Verhandlungsprozess ist nun das Anrufen der Einigungsstelle. Dabei versucht ein Arbeitsrichter zwischen den Parteien zu schlichten. Erste Gespräche dazu laufen bereits. Bereits in der nächsten Woche könnten laut Betriebsrat die konkreten Verhandlungen starten.
Update vom 5.2, 19.06 Uhr: Die G+J-Geschäftsleitung bedauert nach eigengen Angaben das Scheitern der Verhandlungen: "Da die Einigungsstelle als streitiges Verfahren im Ergebnis auch hinter den bisherigen G+J-Dotierungen eines Sozialplans zurückbleiben kann, löst die Geschäftsleitung das gegenüber den Mitarbeitern gegebene Versprechen einer fairen Lösung individuell ein: Heute bekommen alle gekündigten Mitarbeiter ein Vertragsangebot auf Basis der bisherigen G+J-Sozialplanabschlüsse (u.a. ein Gehalt pro Jahr der Beschäftigung)", heißt es in einer Mail vom Dienstag, die MEEDIA vorliegt.

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