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Wie Werbetreibende den Stromausfall nutzen

Der Super Bowl war wie erwartet das mediale Großereignis des noch jungen TV-Jahres. Wie mittlerweile üblich, manifestiert sich dies auch auf Twitter. Der Kurznachrichtendienst veröffentlichte diesbezüglich einige interessante Statistiken. Insgesamt seien zusammengenommen etwa 24,1 Millionen Tweets zum Spiel und zur Halbzeitshow versendet worden. Das sind deutlich mehr als im Vorjahr. Ein großes Thema war der unerwartete Stromausfall, den auch Werbetreibende für sich zu nutzen wussten.

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Bereits zu Beginn der zweiten Halbzeit wurde die Zahl der Tweets aus dem Vorjahr überschritten, schreibt Twitter im Unternehmensblog. Ebenso erwähnt der Dienst hier die Momente, in denen am meisten Tweets pro Minute versendet wurden. Und dabei wird deutlich: Der Sport steht nicht im Mittelpunkt. Oder anders gedeutet: Der Sport steht so sehr im Mittelpunkt, dass die Zuschauer in Momenten des Spiels nicht so häufig zum Second Screen tendieren, wie bei Ereignissen abseits des eigentlichen Spiels. 
Was auch immer davon stimmt: Glaubt man den von Twitter herausgegebenen Zahlen, sorgte die Halbzeit-Show mit Beyonce für den größten Buzz im Social Web. Zum Abschluss ihrer Show gab es 268.000 Tweets pro Minute, als sich "Destiny’s Child" auf der Bühne wiedervereinigte waren es 257.5000 Tweets die Minute. 
Zur Zeit des Stromausfalls wurden im Schnitt 231.500 Kurznachrichten zum Super Bowl pro Minute versendet. Im Spiel selbst gingen in der Spitze 185.000 Tweets pro Minute online, als die Begegnung zu Ende war und die Baltimore Ravens als Sieger feststanden, waren es 183.000 Tweets. 
Lichter aus – Twitter an, hieß also die Devise, und einige Vermarkter haben schnell geschaltet. Kekshersteller Oreo sendete "Power out? No problem." Und fügte ein Bild hinzu mit einem der bekannten Kekse im Dunklen und dem Slogan "You can still dunk in the dark". Mit der Aktion landete das Unternehmen einen Erfolg. Der Beitrag wurde mittlerweile etwa 14.000 mal geretweetet. Kostenlose Werbung sozusagen, von Kunden bereitwillig ob des Humors weitergetragen. Dem Branchenmagazin Adage sagte Sarah Hofstetter, Präsidentin von Oreos Digitalagentur, die Werbegrafik sei innerhalb weniger Minuten "entworfen, erstellt und genehmigt" worden.
Auch andere Unternehmen versuchten, aus der Situation Profit zu schlagen. Twitter schreibt: "Es dauerte lediglich vier Minuten, bis die ersten Promoted Tweets in Suchen nach ‚Power Outage‘ auf Twitter erschienen." Promoted Tweets sind Tweets, für die der Verfasser Geld zahlt, damit sie in Timelines und Suchen prominent auftauchen.
Dank Blackout konnte auch in der TV-Übertragung mehr Werbung gesendet werden. Des einen Leid war somit der anderen Freude. So ändern sich die Zeiten: Wäre 1998 beim "Torfall von Madrid" Twitter schon bekannt gewesen – es wäre sicher auch ein großes Werbeevent geworden.

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