Handelsblatt: Steingart übergibt an Jakobs

Staffelübergabe beim Handelsblatt: Gut drei Jahre führte Gabor Steingart die Wirtschaftszeitung. Jetzt wechselt er in die Geschäftsführung der Verlagsgruppe. Mit der heutigen Ausgabe übernimmt sein Nachfolger Hans-Jürgen Jakobs die Chefredaktion. Der Münchner wechselt von der Süddeutschen Zeitung, wo er das Wirtschaftsressort leitete, nach Düsseldorf. „Wir starten jetzt die zweite Phase unserer Qualitätsoffensive“, kündigt der neue Blattmacher Jakobs schon einmal an.

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Weiter sagte er, dass das Handelsblatt sich noch stärker auf thematische Schwerpunkte und mehr journalistische Vielfalt konzentrieren wird. „Dadurch erreichen wir mehr Relevanz. In einer veränderten digitalen Welt ist eine Papier-Zeitung kein Nachrichtenumschlagplatz mehr, sondern ein Ort des Erklärens, Erzählens und Einordnens.“

Desweitern kündigte Jakobs auch für das Online-Portal der Wirtschaftszeitung die nächste Ausbaustufe an. „Das Projekt 2012 hieß Reichweite, das Projekt 2013 heißt: bezahlen“.  So sollen eine Vielzahl neuer Pay-Dienste rund um Handelsblatt Online und die neue digitale Tageszeitung Handelsblatt Live entstehen.

Seinen Nachfolger begrüßte Steingart in seinem täglichen E-Mail-Morningbriefing mit vielen warmen Worten. „Ich habe mit ihm viele Jahre beim Spiegel erfolgreich zusammengearbeitet. Und ich habe in jungen Jahren unter ihm gelernt.“, schreibt der scheidende Blattmacher. „Jakobs war nämlich als Mittzwanziger bereits Chefredakteur einer Medienzeitschrift innerhalb der Verlagsgruppe Handelsblatt, und ich war sein Volontär.“ Die Zeitschrift wurde inzwischen eingestellt. Aber Steingart versichert seinen Lesern: „An uns beiden hat das natürlich nicht gelegen.“

Als Vorsitzender der Geschäftsführung und Herausgeber soll der ehemalige Chefredakteur der Redaktion „auch weiterhin eng verbunden bleiben“. Als neuer Chef über alle Zahlen und Budgets kündigte der ehemalige Spiegel-Reporter im Interview mit Werben & Verkaufen bereits an, dass er 10.000 Exemplare der sonstigen Auflage reduzieren wolle. „Wer weiter glaubt, unrentable Auflagen als Munition im Kampf um Werbegelder einsetzen zu können, hat die Zeichen der Zeit nicht verstanden."

Diesen Schritt könnte sich die Wirtschaftszeitung sogar ganz leisten. Denn durch den Kauf der Abo-Datei der Financial Times Deutschland müsste im ersten Quartal 2013 ein ordentliches Auflagen-Plus verbucht werden.

Im vierten Quartal des abgelaufen Jahres kam die Wirtschaftszeitung auf einen Gesamtverkauf von 138.645 Exemplare. Das bedeutet ein Plus von einem Prozent. Allerdingst wurden die sonstigen Verkäufe dazu auch um sieben Prozent angehoben. Sie liegen jetzt bei 52.268 Exemplare.

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