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Der Facebook-Fürst und der Sexismus

Sexismus Roundup: Nach Karl Dall, GG Anderson und Heino hat sich auch der deutsche Adel hat in Person von Alexander zu Schaumburg Lippe und Beatrix von Storch via Facebook in die Debatte eingeschaltet. Fürst und Herzogin lassen gutes Benehmen dabei aber eher vermissen. Außerdem: Bild bediente sich beim Focus für ihren Brüderle-Aufmacher, Sabine Rückert wurde via Video der Zeit-Leserschaft als neue Vize-Chefin bekannt gemacht und: Liz Mohn gibt es jetzt auch als Barbie!

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Die Sexismus-Debatte rollt und rollt. Die fiese Übergriffe im Alltag waren das beherrschende Thema der Woche. Auch der Adel wollte da mitreden, und zwar ganz modern bei Facebook. Fürst Alexander zu Schaumburg-Lippe, ein bekennender Liberaler, war sich nicht zu schade, auf seiner halb-privaten Facebook-Seite ein bisschen Schmodder auf stern-Autorin Laura Himmelreich zu werfen, die mit ihrem Herrenwitz-Artikel über FDP-Spitzenkandidat Rainer Brüderle die Debatte angestoßen hat. Frau Himmelreich habe kürzlich einen deutschen Politiker bearbeitet, um so an exklusive Informationen zu gelangen, teilte der Fürst auf Facebook mit Verweis auf “Insider-Informationen” und eine geheime Quelle mit. Jener bedrängte Politiker sei Frau Himmelreich dann mit dem Bekenntnis, er sei schwul, losgeworden. Was für eine seltsame Mitteilung. Was will der Fürst seinen Facebook-Fans damit sagen? Außer dass auch Blaublütige gerne mal schmutzige Wäsche waschen.

Noch doller trieb es Alexander zu Schaumburg-Lippes Facebook-Freundin Beatrix von Storch, ihres Zeichens Herzogin von Oldenburg und laut der islamophoben Website Policitally Incorrect eine Anwärterin auf die Auszeichnung als “konservativer Superstar 2013”. Frau von Storch postete auf ihrer offenen Facebook-Seite den Kommentar “Dirndl??? #Hühnerbrust!!!” Gutes Benehmen geht anders. Der deutsche Adel war schon mal salonfähiger.

Wie die Sitten so verfallen auch die Print-Auflagen. Die jüngste IVW-Auflagenanalyse war für die allermeisten gedruckten Medien ein Kettensägenmassaker. Auch bei Springers Bild-Zeitung bröckeln die Verkäufe. Dort zieht man aber einen gewissen Trost daraus, dass die Bild trotz Minus-Abo immer noch die größte Zeitung Europas ist und es bei anderen noch schlechter läuft. Auch im internationalen Vergleich. So verlor die größte britische Tageszeitung, The Sun, im vergangenen Jahr 2012 neun Prozent an Auflage (Durchschnittsverkauf 2012: 2,5 Mio. laut britischer Auflagenstatistik ABC). Die Bild-Zeitung verlor 2012 dagegen “nur” 6,3 Prozent an verkaufter Auflage und kam im vergangenen Jahr auf einen Durchschnittsverkauf von 2,7 Mio. Im Geschäft mit gedruckten Tageszeitungen gilt mehr denn je: Less down is the new up.

Dabei ist sich die Bild auch nicht zu schade, sich für einen Aufmacher bei der lieben Magazin-Konkurrenz zu bedienen. Der Bild-Titel “Brüderle und die Reporterin” vom Montag war optisch fast eins zu eins vom Focus übernommen. Dort zierte das Bild, das Rainer Brüderle in trautem Gespräch mit stern-Reporterin Laura Himmelreich zeigt, die “Fotos der Woche”. Sogar die Zeile war dieselbe und die Bildunterschrift inhaltlich weitgehend identisch. Mit Jörg Quoos sitzt jetzt eben ein ehemaliger Bild-Mann beim Focus an der Spitze – der hilft den Ex-Kollegen sicher gerne mal aus.

Quiz zum Wochenende: Woran merken Sie, dass ein Ex-Bild-Mann jetzt den Focus (unten) macht?

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Eine alte Kollegin in neuer Rolle hatte Zeit-Chef Giovanni di Lorenzo diese Woche bei seinem Leser-Video dabei. Während Don Giovanni in gewohnt pastoralem Tonfall über die neuen Top-Themen der aktuellen Zeit-Ausgabe plauderte, stellte er so ganz nebenbei auch gleich Sabine Rückert als seine Stellvertreterin vor. Wir erinnern uns: Frauen-Quote! Frau Rückert scheint sich als Reporterin im Gerichtssaal aber (noch) wohler zu fühlen als im Leser-Video. Sie schaute ein bisserl unglücklich in die Kamera. Und dass ihr Chef ihr kurz vor Schluss dann noch mit beherztem Fingerzeig die Regie-Anweisung “Na! Lächeln!” vor laufender Kamera gab – war das dann eigentlich schon wieder eine subtile Form von Sexismus? Ganz sicher nicht!
Einen ham wir noch: Bertelsmann-Patriarchin Liz Mohn gibt es jetzt auch als Barbie-Puppe! Nein, nein, das hat nun wirklich nix mehr mit Sexismus zu tun. Die Barbie-Firma Mattel würdigt besondere Persönlichkeiten jedes Jahr mit einer so genannten One-of-a-Kind Barbie – einer einmaligen Barbie-Puppe, die der Preisträgerin nachempfunden ist. Dieses Jahr ist die Preisträgerin Liz Mohn für ihr Engagement als Business- und Charity-Lady. Auch Angela Merkel und Sylvie van der Vaart (Begründung: Stil-Ikone) wurden so bereits zu Lebzeiten zur Barbie.

Liz Mohn mit ihrer Barbie

So sieht Liz-Mohn als Barbie-Puppe aus

Schönes Wochenende!

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