Unister: Staatsanwaltschaft ermittelt weiter

Die sächsiche Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen den Reiseportalbetreiber Unister ausgeweitet. Wie heise berichtet, sind neben dem Vorwurf des ungenehmigten Handels mit Versicherungen auch gefälschte Preisangaben und illegaler Adresshandel in den Fokus der Ermittler gerückt. Laut Staatsanwaltschaft gab es Durchsuchungen in den Leipziger Geschäftsräumen sowie in Potsdam und Bayern. 40 Polizeibeamte und vier Staatsanwalte waren im Einsatz. Unister spricht von “Nachuntersuchungen”.

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Man hätte weitere Unterlagen zur Aufklärung an die sächsischen Behörden übergeben, heißt es in einer Mitteilung. Für die Staatsanwaltschaft besteht der Verdacht, dass Unister über mehrere Jahre ohne Wissen der Kunden Adressdaten an professionelle Adresshändler verkauft hat. Damit hätte das Unternehmen Millionen erwirtschaftet, berichtet heise. Angestoßen seien die Ermittlungen durch eine Strafanzeige des sächsischen Datenschutzbeauftragen.
Unister-Sprecher Konstantin Korosides erklärte, man sei an der Aufklärung aller Fragen interessiert. Dem vorangegangen war ein Datenleck. Über eine Sicherheitslücke bei Unister waren die Flugrouten und Namen von 4700 Ryanair-Passagieren einsehbar
Es ist nicht der erste Datenskandal, der in Verbindung mit dem Leipziger Portalbetreiber steht. Im Dezember berichteten sowohl Computer Bild als auch der MDR, dass das Unternehmen die Kreditkartendaten von Kunden nicht ausreichend geschützt hätte. 400.000 Nutzer seien davon betroffen gewesen. Demnach seien die hinterlegten Daten nicht ausreichend gesichert worden. Dadurch sei ein Schaden von rund einer Million US-Dollar (758.000 Euro) entstanden.
Datenschützer leiteten ein Ermittlungsverfahren ein. Als Folge der Sicherheitslücke im Bezahlsystem musste Unister Medienberichten zufolge umgerechnet rund 140.000 Euro Straf- und Wiedergutmachungszahlungen an Visa und Mastercard zahlen.

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