Turnaround-Versuch: RIM wird zu Blackberry

Ein alter Bekannter meldet sich zurück: Der Smartphone-Pionier Research in Motion sendet seit Monaten leise Comeback-Signale. Nun will es der kanadische Tech-Pionier mit dem deutschen CEO Thorsten Heins noch mal richtig wissen. Heins enthüllte am Mittwoch das lang erwartete neue Betriebssystem Blackberry 10 und zwei neue Modelle. Am Ende überraschte der CEO noch mit der Firmenumbenennung – und mit Alicia Keys. Die R&B-Diva wird "Global Creative Director".

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Ein alter Bekannter meldet sich zurück: Der Smartphone-Pionier Research in Motion sendet seit Monaten leise Comeback-Signale. Nun will es der kanadische Tech-Pionier mit dem deutschen CEO Thorsten Heins noch mal richtig wissen. Heins enthüllte am Mittwoch das lang erwartete neue Betriebssystem Blackberry 10 und zwei neue Modelle. Am Ende überraschte der CEO noch mit der Firmenumbenennung – und mit Alicia Keys. Die R&B-Diva wird "Global Creative Director".

Leben Totgesagte wirklich länger? Es gibt sie tatsächlich immer wieder, die Comebackstories: AOL war im vergangenen Jahr an der Börse so ein Fall, Nokia auch. Und nun der andere Smartphone-Pionier, Research in Motion? Die Börse hat ein solches Szenario vorweggenommen: Seit dem 2012er Tief bei 6 Dollar hat die RIM-Aktie eine bemerkenswerte Erholung hingelegt. Mehr als eine Verdopplung bis heute, fast 200 Prozent bis vergangene Woche.

Ironischerweise haben sich die Anteilsscheine von RIM damit exakt konträr zu Apple entwickelt. Am Tag des iPhone 5-Launchs, als Apple sein Allzeithoch bei 705 Dollar aufstellte, notierte RIM auf dem Jahrestief. Nach vier Monaten ist es genau andersherum: Der Blackberry-Hersteller ist auf ein Jahreshoch geschossen, Apple auf ein Jahrestief gefallen.

Großangriff mit Blackberry Z10 und  Q10

Woh gemerkt: Mit der realen Wirtschaftswelt haben die Casino-ähnlichen Bewegungen der Wall Street nichts unbedingt etwas zu tun. Apple steht auf dem Zenit, RIM kämpft ums Überleben – doch an den Aktienmärkten sind die Grenzen zwischen Chance und Risiko eben oft fließend.

Um einen Turnaround einzuleiten, geht der deutsche CEO Thorsten Heins nun ähnlich hohes Risiko wie Nokia-Manager Stephen Elop. ‚Alles auf eine Karte’ lautet das Prinzip der strauchelnden Smartphone-Pioniere: Was bei Nokia mit dem Lumia zu gelingen scheint, soll bei RIM mit Blackberry 10 klappen. Heins stellt gestern gleich zwei neue Modelle vor – das Flaggschiff Z10 und das Q 10.

RIM wird zu Blackberry: Neustart mit Namensumbenennung

Die neuen Blackberrys kommen erstmals mit Touchscreen und einem komplett überarbeiteten Betriebssystem daher, an dem über zwei Jahre unter strengster Geheimhaltung gefeilt wurde.

Um den Neustart perfekt zu machen, entledigten sich die Kanadier ihres Firmennamens und benennen sich künftig nach ihrem Smartphone. Ob Blackberry, das Unternehmen, damit aber den drastischen Einbruch im Marktanteil der vergangenen zwei Jahre nochmals aufholen kann, erscheint höchst ungewiss.

Alicia Keys wird Blackberrys Global Creative Director

Die Börse senkte gestern indes nach der steifen Präsentation des 56-jährigen früheren Siemens CTOs den Daumen – die RIM-Aktie brach um 12 Prozent ein. Am Ende half selbst ein echter Popstar-Auftritt nicht.

Alicia Keys, bis vor Kurzem noch bekennender "iPhone-Junkie" und Dauergast bei Apple-Keynotes, wurde von Heins zum Global Creative Director ernannnt! Die R&B-Sängerin ist plötzlich in der Techbranche und auf dem Gehaltszettel von Blackberry angekommen. Vielleicht hätte sie vorher Rücksprache mit anderen prominenten Popstars halten sollen – U2 ließen sich 2009 von RIM sponsern. So richtig geholfen hat es beiden Seiten nicht…

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