Impulse-Chef wettert gegen Abo-Prämien

Der neue Impulse-Verleger Nikolaus Förster setzt ein erstes verlagsprogrammatisches Zeichen. Das Mittelstands-Magazin bietet neuen Abonnenten oder Vermittlern von Abonnements ab sofort keine Prämien mehr an. Bisher gab es für ein Jahresabo über Abo-Vermittler eine Geldprämie von bis zu 30 Euro. Bei anderen Magazinen gibt es üppige Sach- und Geldprämien. Förster setzt nun dagegen: Verlage, die Prämien gewährten, "entwerten ihr Produkt und stoßen treue Leser vor den Kopf".

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Prämien werden seit vielen Jahren für den Abschluss von Jahresabos gewährt, seit einiger Zeit gibt es kleine Goodies wie Uhren oder Mini-Hubschrauber schon für den Abschluss von kurzlaufenden Abos. Alle diese Anreize zielen auf den schnellen Gewinn von Abos, weil jede Zeitung und Zeitschrift im Jahr einen nicht geringen Teil ihrer Abokartei wegen Kündigungen austauschen muss. Der Verlag, der für seinen Titel kein Abo-Marketing betreibt, muss mit einer rückläufigen Auflage rechnen.
Darum werden oft Prämien gewährt, die einen Gegenwert in Höhe des Abo-Jahrespreises bieten. Damit sich ein prämienfinanziertes Abo rechnet, müssen Verlage neue Kunden mindestens zwei Jahre halten. Das Abo-Wettrüsten ist nur möglich, weil der Werbemarkt weiterhin als wichtigstes Kriterium auf die Reichweite einer Zeitschrift oder Zeitung setzt. Also müssen auf Teufel komm raus Abos gezeichnet werden, auch wenn ein neuer Abschluss zunächst keinen Gewinn bringt.
Ein Kleinverlag wie die neu gegründete Impulse Medien GmbH von Förster, der die Wirtschaftszeitschrift just von Gruner + Jahr übernommen hat, kann bei der Materialschlacht freilich nicht mithalten. Und will das auch gar nicht mehr. "Wer ein Qualitätsmagazin wie Impulse lesen will, soll dafür auch 90 Euro im Jahr zahlen", sagt Jungverleger Förster: "Verlage, die Leser mit austauschbaren Prämien zum Abschluss eines Abos verführen, entwerten ihr Produkt und stoßen treue Leser vor den Kopf."

Während neue Abonnenten, die vielleicht nur scharf auf eine Prämie sind, von Verlagen reichlich belohnt werden, gehen Bestandskunden, die einem Titel jahrelang die Treue halten, meistens leer aus. Beziehungsweise: Sie werden für ihre Treue nicht belohnt. Medien müssen stärker an ihrem Anreizsystem für bestehende, loyale Abonnenten arbeiten. Impulse-Mann Förster will beispielsweise "exklusive Netzwerktreffen mit anderen Unternehmern" anbieten.

Für das Frühjahr planen Förster und sein Verlagsleiter Ole Jendis eine Imagekampagne für die Mittelstands-Wirtschaftszeitschrift. Den Vertrieb übernimmt wie bisher der Deutsche Pressevertrieb, der zu Gruner + Jahr gehört. 

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