Konstantin kritisiert “Schönfärberei” bei MDS

Ein mittlerweile gelöschter Facebook-Kommentar von Konstantin Neven DuMont sorgt für Aufregung beim Verlag M. DuMont Schauberg (MDS). Der Verleger-Sohn schrieb in der Nacht zum Dienstag, er habe in der Mitarbeiterzeitung MDS Intern von einer “optimistischen Zukunft” gelesen und fügte hinzu: “Wenn die Mitarbeiter wüssten …”. Nachdem zahlreiche besorgte Nachfragen in den Kommentaren aufliefen, löschte er den Kommentar. Gegenüber MEEDIA kritisierte er die “Schönfärberei” bei MDS.

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DuMont hat, wie andere Zeitungsverlage auch, Probleme. Ende vergangenes Jahr musste für die Frankfurter Rundschau nach langem Leidensweg das Insolvenzverfahren eröffnet werden. In der entsprechenden Verlagsmitteilung vom 13. November 2012 hieß es: “Wir haben deshalb in den vergangenen Monaten intensiv untersucht, auf welchem Weg das Unternehmen oder Teile des Unternehmens so umstrukturiert werden können, dass die Verlustzone auf mittlere Sicht verlassen werden kann. Diese Überlegungen haben leider keine überzeugende Perspektive geliefert.”

Betroffen ist auch der Berliner Verlag, der über eine Kooperation zwischen Berliner Zeitung eng mit der Frankfurter Rundschau verbunden ist. Bis Ende 2013 sollen 40 der 368 Stellen dort abgebaut werden. Die Aussichten in der Hauptstadt sind für DuMont nicht rosig: “Die strukturellen Veränderungen in der Branche und der Einbruch des Anzeigengeschäfts haben dazu geführt, dass der Berliner Verlag bereits 2011 gegenüber dem Vorjahr rund 4,5 Millionen Euro Umsatz bei Anzeigen und Beilagen verloren hat. In diesem Jahr rechnet die Geschäftsführung mit einem weiteren Verlust von 5 Millionen Euro im Anzeigengeschäft.” So eine Verlagsmitteilung vom 29. November 2012.

Auf dem Heimatmarkt in Köln ist die Lage nicht ganz so dramatisch aber auch angespannt. Die Zeitungsgruppe Köln (Kölner Stadt-Anzeiger/Kölnische Rundschau) hat in der jüngsten Auflagen-Auswertung der IVW wieder über drei Prozent an Auflage verloren. Die Kaufzeitungen der Express-Gruppe sogar etwas über acht Prozent. Damit liegen die DuMont-Zeitungen bundesweit im negativen Trend. Bei Berichterstattung über die Neujahrsansprache des Verlages in der Mitarbeiterzeitung, rückten diese Probleme für den Geschmack von Verleger-Sohn Konstantin Neven DuMont nun etwas zu sehr in den Hintergrund.

Mit diesem Posting bei Facebook sorgte Konstantin Neven DuMont für Unruhe bei Mitarbeitern des Verlages

In MDS Intern, wie auch in den entsprechenden Berichten in den DuMont-Zeitungen, hieß es, dass die Mediengruppe M. DuMont Schauberg “mit Optimismus und ehrgeizigen Zielen” ins neue Jahr gehe. Unternehmensvorstand Christian DuMont Schütte lobte die Digital-Strategie des Hauses, die “angesichts der Krise im traditionellen Zeitungsgeschäft und bei den Anzeigenerlösen Anlass zur Zuversicht gäben”. 2013 will MDS Reichweite und Erlöse der digitalen Angebote um 30 Prozent steigern.

Gegenüber MEEDIA sagte Konstantin Neven DuMont, er habe sein Posting gelöscht, weil er “den Eindruck hatte, dass einige User bzw. Mitarbeiter mein Posting nicht richtig einordnen konnten.” Und weiter: “Gestern ist das aktuelle MDS Intern erschienen. Meines Erachtens wird in dieser Ausgabe zu viel Schönfärberei bezüglich der Lage des Unternehmens betrieben. Ich halte das für einen Fehler.” Weiter wollte er sich mit dem Verweis auf seine Rolle in der Gesellschafterversammlung des Unternehmens nicht äußern.

Unter dem Posting entstand schnell eine Diskussion, bei der sich auch Mitarbeiter von DuMont zu Wort meldeten und nach konkreteren Infos verlangten. “Dann sag’ doch den Mitarbeitern die Wahrheit”, schrieb jemand. Oder “So ich bin dann jetzt mal wirklich gespannt … Was erwartet uns niedriges Volk?” Der Verlag M. DuMont Schauberg wollte auf Anfrage von MEEDIA keinen Kommentar zu der Sache abgeben.

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