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Gema reicht Klage gegen YouTube ein

Die Gema hatte es vor kurzem bereits angedroht, nun wird es ernst: Vor dem Landgericht München hat die Gesellschaft eine Unterlassungsklage gegen YouTube eingereicht. Das berichtet die Wirtschaftswoche. Ziel: Das Videoportal soll nicht weiter die aus Sicht der Gema irreführenden Einblendungen zu gesperrten Videos anzeigen. Aktuell sind etwa 60 Prozent der weltweiten Top 1.000 Videos in Deutschland gesperrt - jedoch nur die wenigsten wegen bestehender Rechteprobleme.

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Die Gema hatte am 10. Januar mitgeteilt, mit einer Abmahnung zu versuchen, gegen die Sperrtafeln vorzugehen und angedroht, Unterlassungsklage einzureichen, sollte YouTube der Aufforderung nicht nachkommen. Zuvor habe man auf rechtliche Schritte verzichtet, um die laufenden Gespräche nicht zu beeinträchtigen, teilte man mit. Wie die Wirtschaftswoche nun schreibt, empört sich die Gema auch über die Anzahl der Sperrtafeln. YouTube sperre mehr Videos, als die Gema fordere.
Damit hat die Verwertungsgesellschaft nicht einmal unrecht: Laut einer von OpenDataCity umgesetzten und von YouTube-Konkurrent MyVideo unterstützen Anwendung sind derzeit über 60 Prozent der weltweiten Top 1.000-Videos auf YouTube in Deutschland nicht verfügbar. In anderen Ländern sind es nur 19 Prozent. Damit liegt Deutschland international klar an der Spitze.

Grafik: OpenDataCity

Wegen bestehender Rechteprobleme seien in Deutschland der Analyse zufolge jedoch nur 8,4 Prozent der Top 1000-Videos gesperrt, 53,1 Prozent wegen möglicher Rechteprobleme. Grund dafür: YouTube sperre in Deutschland in einem automatistierten Prozess schreiben die Macher der Anwendung, da sonst das Prozessrisiko zu groß sei. YouTube habe keine Möglichkeit zu prüfen, für welche Clips die Gema Rechte vertritt und welche rechtefrei seien.
Das passt der Gema nicht: "Durch den eingeblendeten Text wird der falsche Eindruck erweckt, dass die Gema die Lizenzierung von Musiknutzung kategorisch verweigere. Tatsächlich war die Gema jedoch immer dazu bereit eine Lizenz zu erteilen, die YouTube nach den gesetzlichen Regelungen auch jederzeit einseitig hätte erwerben können", so Harald Heker, Vorstandsvorsitzender der Gema.

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