Ottfried Fischer unterliegt Bild

Publishing Zweiter Freispruch: Im Prozess um die Prostituierten-Affäre von Ottfried Fischer hat nun das LG München entschieden, dass der angeklagte Bild-Redakteur den Schauspieler nicht genötigt oder erpresst hat. Der Journalist wurde in allen Punkten von der Anklage freigesprochen. Gleichwohl bezeichnet der Richter – laut FAZ – die Geschehnisse als „eine Riesen-Sauerei“.

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Damit bestätigte das Gericht einen Freispruch von 2011, den das Oberlandesgericht München im vergangenen Jahr aufgehoben hatte.
Die Bild-Zeitung hatte 2009 getitelt: "Ottfried Fischer: Ärger mit 4 Liebes-Mädchen". Der Bild-Reporter Wolf-Ulrich Schüler soll sich mit Fischer bzw. dessen Agentin in Kontakt gesetzt und von einem Video berichtet haben, das Fischer mit Prostituierten zeige. Der Reporter hatte den Film nebst weiteren Dokumenten für 3.500 Euro gekauft, er soll ihm aus der Rotlichtszene angeboten worden sein. Daraufhin gab Fischer der Boulevardzeitung auf Anraten seiner damaligen Agentin ein Interview.

Später besann sich Fischer offenbar, trennte sich von seiner Agentin und klagte gegen Bild und den Reporter. Er sei zu dem Interview genötigt worden. Vor allem der Hinweis des Reporters, er sei im Besitz des kompromittierenden Videos habe ihn gegen seinen eigentlichen Willen zu dem Interview gedrängt, das er im Nachhinein lieber nicht gegeben hätte. Ein Münchner Amtsgericht verurteilte den Journalisten zunächst zu einer Geldstrafe, das Landgericht München sprach ihn in zweiter Instanz frei und der Revisionssenat des Oberlandesgerichts hob wiederum dieses Urteil auf.

„Das heutige Urteil ist ein Sieg für die Recherchefreiheit der Presse“, kommentiert Claas-Hendrik Soehring, Leiter Medienrecht Axel Springer AG. „Der Versuch der Münchener Staatsanwaltschaft und Ottfried Fischers, presserechtlich gebotene Arbeit von Journalisten zu kriminalisieren, ist gescheitert.“

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