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Ingrid Haas verlässt G+J „im Guten“

Ingrid M. Haas verlässt Gruner+Jahr. "Im Guten", wie es ausdrücklich im Verlag heißt. G+J bestätigte eine entsprechende Horizont-Meldung. Die Medienmanagerin hat sieben Jahre für G+J gearbeitet, zuletzt als Verlagschefin der G+J Wirtschaftsmedien. Von denen sind nur noch die Blätter Capital und Business Punk übrig. Für den Posten von Haas zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel. Also geht Haas. Ihre Bilanz fällt gemischt aus – von allen Verlagschefs bei G+J war ihr Job aber vermutlich der Schwerste.

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"Es war eine tolle und in vielerlei Hinsicht bemerkenswerte Zeit mit einem großartigen, begeisterungsfähigen und leidenschaftlichem Team von Mitarbeitern und Führungskräften in Redaktion und Verlag, die mich sehr geprägt hat", sagt Haas in einer internen Mail an die Mitarbeiter, die MEEDIA vorliegt. Dem Vorstand von Gruner+Jahr dankte die ehemalige RTL-Informationsdirektorin, dass dieser ihm "auch in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten vieles ermöglicht hat".
Einerseits wird Haas als die Verlagsgeschäftsführerin von G+J in die Annalen eingehen, die den Laden dichtmachen musste. Ende vergangenen Jahres wurde die FTD eingestellt, Börse Online und Impulse wurden verkauft, nur Capital überlebt, sowie das vor wenigen Jahren gegründete Business Punk. Andererseits mussten Haas und ihre Kollegen in den vergangenen Jahren gegen eine schwere Anzeigenkrise ankämpfen, die andere Segmente nicht so hart getroffen hat. Dazu kam, dass das Prestigeobjekt FTD nie in die Nähe schwarzer Zahlen kam.
Haas führte die Wirtschaftsmedien vor einigen Jahren in Hamburg zusammen (Die Magazine wurden bis dahin in Köln produziert), nach ersten schweren Einbrüchen wurde schließlich eine Gemeinschaftsredaktion für alle Wirtschaftstitel aufgenaut, die von Steffen Klusmann geleitet wurde. Doch auch mit diesem Konstrukt reichte es nicht zur Profitabilität. Auf Haas‘ Habenseite steht u.a. der Ausbau des Corporate-Geschäfts bei Facts & Figures und erste strategische Entscheidungen für die Entwicklung des Digitalgeschäfts. Doch steht G+J hier noch am Anfang, wurden vielleicht auch Bezahlmodelle zu zögerlich angegangen. Bei G+J heißt es, mit ihren harten, aber konsequenten Entscheidungen hätte Haas das Leben der Wirtschaftsmedien deutlich verlängert. Wohin sie es nun zieht – unklar.

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