AGOF mobile facts: Websites schlagen Apps

Publishing Die mobilen Internet-Angebote wachsen in Deutschland nicht mehr ganz so rasant wie noch im vergangenen Jahr. Neben der großen Mehrheit an Apps und mobilen Websites, die weiter Nutzer hinzu gewinnen, gibt es auch eine beachtliche Anzahl von Angeboten, die ihre Zahlen der vorigen mobile facts nicht halten konnte - insbesondere bei den Apps. Neue Nummer 1 des Gesamt-Rankings ist Gute Frage, das mit 4,443 Mio. mobilen Nutzern selbst Bild.de verdrängte. Große Sprünge machten auch Chefkoch.de, KaufDa und iLiga.

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Um es klar zu sagen: Auch in den mobile facts 2012-II gibt es weit mehr Auf- als Absteiger. Allerdings: Traum-Zuwachsraten von 100% und mehr, wie sie in der Welle 2012-I beispielsweise bei den Android-Apps noch an der Tagesordnung waren, gehören diesmal nur noch zu den großen Ausnahmen. Bei den iPhone-Apps gibt es interessanterweise sogar zahlreiche Absteiger innerhalb der Top Ten.

So büßten radio.de, n-tv, Sport1, Wetter.com und Spiegel Online allesamt Nutzer gegenüber den vorigen mobile facts ein. Deutlich hinzu gewonnen haben hingegen iLiga, das auf Platz 2 sprang, sowie Autoscout24. Einschränkend muss zu diesen Zahlen und Vergleichen gesagt werden, dass die mobile facts derzeit nur jeweils einen Monat als Stichprobe verwenden. In der Welle 2012-I war das die Zeit vom 16. Mai bis 15. Juni 2012, für die Welle 2012-II nun die Zeit vom 19. September bis 19. Oktober. Je nach Jahreszeit können Zahlen – insbesondere z.B. von Wetter- oder Fußball-Angeboten stark schwanken.

Die populärste im Rahmen der mobile facts ausgewiesene iPhone-App ist weiterhin die von TV Spielfilm mit 1,234 Mio. monatlichen Unique Usern. Dahinter folgt nun bereits iLiga vor dem Verlierer radio.de. Erfolgreichste App mit aktuellen journalistischen Inhalten ist die von n-tv auf Platz 6.

TV Spielfilm erreicht in den App-Rankings sogar einen Doppelsieg, denn auch in den Android-Charts führt das Programmie nun. Mit einem Plus von 13,7% hat es Wetter.com überholt, das sich im Vergleich zu dem Sommermonat der mobile facts 2012-I erwartungsgemäß verschlechterte. Verloren hat hier auch n-tv, am heftigsten zulegen konnten KaufDa und die Bild.

Die ganz großen Reichweiten werden allerdings nicht mit Apps, sondern mit mobilen Websites erreicht. Hier gibt es nicht nur einen Kontrahenten, der die monatliche Nutzerzahl von 1 Mio. übertrifft, sondern gleich 15. Und: Für den ersten Platz sind sogar mehr als 4 Mio. Unique Mobile User pro Monat nötig. Erreicht haben diese Traumzahlen Gute Frage und Bild.de. Gute Frage setzte sich dabei dank eines Zuwachses von heftigen 46,2% diesmal sogar durch und überholte Springers Boulevard-Giganten. Offenbar landen Millionen von Leuten auf Gute Frage, wenn sie unterwegs die Antwort auf eine Frage suchen.

Prozentual gesehen heißt der größte Aufsteiger in der Top 20 Das Örtliche: Fast verdoppelt hat sich die Nutzerzahl der Auskunft im Vergleich zu den vorigen mobile facts. Deutliche Zuwächse verzeichnen zudem noch Chefkoch.de und kaufDa.de. Ohnehin ist es sehr auffällig, dass die mobilen Websites tendenziell stärker wachsen als Apps. Insbesondere die durchwachsenen Zahlen der iPhone-Apps sollten Verlage und ähnliche Firmen etwas hellhörig machen. Die Zukunft dürfte für Inhalte-Anbieter offenbar in mobilen Websites liegen – und nicht in Apps.

Interessant ist natürlich auch der Blick auf das AGOF-Gesamt-Ranking, in dem die mobilen Reichweiten einer Marke ausgewiesen wird, egal ob sie durch Apps oder Websites zustande gekommen ist. Auch hier führt nun Gute Frage – mit den 4,43 Mio. Unique Usern der Website. Dahinter folgen Bild und Spiegel, die auf verschiedenen Wegen 4,36 Mio. bzw. 3,49 Mio. Nutzer erreichen.

Die größten Aufsteiger auf den ersten 25 Plätzen sind prozentual gesehen neben Gute Frage iLiga, KaufDa und Chefkoch.de. Nach unten ging es saisonbedingt für wetter.com, sowie für Vodafone, Mobile.de und den kicker.

In der zweiten Hälfte der Top 50 folgen weitere Verlierer wie wetter.de und wetter.info, die im Herbst erwartungsgemäß weniger Nutzer hatten als im Sommer, aber auch andere Absteiger wie die sozialen Netzwerke Xing und wer-kennt-wen. Insbesondere das Minus von 42,9% für wkw ist ein heftiges Ergebnis. Nach oben ging es besonders deutlich für Brigitte.de: Das Angebot verbesserte sich um 303,8%. Um mehr als 90% steigerten sich Autoscout24 und die Computerbild.

Eine auf den ersten Blick erstaunliche Entwicklung gibt es in der Vermarkter-Top-Ten: United Internet Media steigerte sich um 1350,4%. Der Grund ist aber nicht der, dass sich die Angebote des Unternehmens so deutlich verbesserten, sondern dass UIM die mobilen Angebote von Web.de und GMX zurück in die Eigenvermarktung geholt hat. Bisher wurden die Werbeflächen in Kooperation mit Interactive Media an den Mann gebracht. Die Nummer 1 bei den mobilen Reichweiten bleibt interessanterweise G+J Electronic Media Sales, das im AGOF-Ranking des stationären Internets nur auf Platz 10 liegt. Der Grund dafür sind neben den eigenen Marken vor allem Angebote anderer Unternehmen, die G+J vermarktet: Spiegel Mobil und Wetter.com zum Beispiel.

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