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Quartalsbilanz: Apples Moment der Wahrheit

Plötzlich geht es um alles für Apple: Seit vier Monaten befindet sich der immer noch wertvollste Konzern der Welt an den Aktienmärkten unter Druck – ein Börsenwert von 200 Milliarden Dollar wurde seit September vernichtet. Während Samsung von einem Erfolg zum nächsten eilt, wetten Anleger aggressiv gegen Apple. Nach zwei Quartalsenttäuschungen in Folge muss CEO Tim Cook liefern: Leistet sich Apple den Luxus, erstmals seit neun Jahren unter dem Vorjahresergebnis zu bleiben, sind ihm die Abgesänge gewiss.

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Plötzlich geht es um alles für Apple: Seit vier Monaten befindet sich der immer noch wertvollste Konzern der Welt an den Aktienmärkten unter Druck – ein Börsenwert von 200 Milliarden Dollar wurde seit September vernichtet. Während Samsung von einem Erfolg zum nächsten eilt, wetten Anleger aggressiv gegen Apple. Nach zwei Quartalsenttäuschungen in Folge muss CEO Tim Cook liefern: Leistet sich Apple den Luxus, erstmals seit neun Jahren unter dem Vorjahresergebnis zu bleiben, sind ihm die Abgesänge gewiss.

Es sieht nicht gut aus für Apple in diesen Tagen: Seit Monaten taumelt die Aktie des noch wertvollsten Konzerns der Welt wie ein angeschlagener Boxer umher. Mal lässt Samsung die Muskeln spielen und vermeldet Smartphone-Rekordabsätze, mal kürzen Analysten ihre Kursziele, mal befeuern selbst etablierte Medien wie das WSJ mit augenscheinlich fragwürdigen Spekulationen die Abwärtsspirale.

Woche für Woche geht es so: Immer gibt es einen Analysten, ein Online-Magazin oder ein Blog, das eine neue Hiobsbotschaft in die Welt trägt: Apple ist an der Börse zum Tollhaus geworden, die Aktie ist zum Spielball von Tradern verkommen. „In der vergangenen Woche wurde endgültig die Grenze überschritten“, erklärt der Finanzjournalist Rocco Pendola bei TheStreet.com zum fürchterlich misslungenen Wall Street Journal Coup. „Die Hysterie um Apple ist inzwischen krankhaft.“

Und die Massenhysterie hat ihren Preis: Seit dem Allzeithoch, das symbolischerweise zum Verkaufsstart des  iPhone 5 Ende September aufgestellt wurde, kennt die Apple-Aktie nur eine Richtung – gegen den Markttrend steil gen Süden. Von 705 auf 484 Dollar in der vergangenen Woche wurde der iPhone-Hersteller an der Wall Street durchgereicht – das entspricht einer Wertvernichtung von in der Spitze 206 Milliarden, ein in dieser kurzen Zeit einmaliger Vorgang.

Bleibt Apple erstmals seit neun Jahren unter den Ergebnissen des Vorquartals?

Entsprechend geht es heute um 22.30 Uhr deutscher Zeit nach Handelsschluss an der Wall Street um alles für Apple, wenn der Techpionier seine Quartalszahlen für das Weihnachtsquartal präsentiert: Tim Cook kann mit einer starken Bilanz beweisen, dass die Abgesänge zuletzt haltlos waren – er kann Apple aber auch in die tiefste Krise seit der Amtsübernahme durch Steve Jobs in 1997 stürzen.

Dieser Fall tritt ein, wenn sich Apple den Luxus erlaubt und erstmals seit neun Jahren unter dem Vorjahresergebnis bleibt. Das Echo wäre vorprogrammiert: Nachdem die vergangenen zwei Quartale bereits die Erwartungen enttäuscht hatten, wären die Abgesänge auf Apples Erfolgsstory wohl kaum vermeidbar.

Zurückhaltender Ausblick belastet

Dass sich Apple plötzlich in so einer heiklen Lage befindet, hat maßgeblich mit dem extrem konservativen Ausblick zu tun, den Apple Ende Oktober für das Weihnachtsquartal abgeliefert hat: Einen Gewinn je Aktie in Höhe von nur 11,75 Dollar stellte Tim Cook in Aussicht – das waren mehr als zwei Dollar weniger, als Apple tatsächlich im vergangenen Jahr mit 13,87 Dollar je Aktie erzielt hatte.

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Nun ist Apple bei seinen eigenen Prognosen bekanntlich zurückhaltend, doch die Latte liegt hoch. Erschwerend kommt für den Platzhirsch hinzu, dass Apple im abgelaufenen Weihnachtsquartal eine Verkaufswoche weniger in der Bilanzierung stehen hat. Und doch: Ist ein solches Szenario wirklich denkbar?

Knackpunkt iPhone-Absätze

Am Ende, das ist klar, hängt Apples Schicksal wieder einmal maßgeblich vom iPhone ab, schließlich fährt Apple inzwischen mehr als die Hälfte der Gewinne und Umsätze mit seinem Smartphone-Bestseller ein. 37 Millionen iPhones gingen im Vorjahresquartal über die Ladentische.

Diese Marke gilt es deutlich zu schlagen, zumal die Mac-Unit bestenfalls auf dem Vorjahresniveau erwartet  wird, während sich die iPod-Sparte zweistellig rückläufig entwickeln dürfte. So rechen die Analysten im Weihnachtsquartal durchschnittlich mit 48 Millionen verkauften iPhones, ein Absatzplus von 30 Prozent.

Viele Hürden: Auch Gewinnmarge und Ausblick werden wichtig

Beim iPad sehen sie befragten Volkswirte sogar ein mögliches Umsatzplus von 50 Prozent auf knapp 23 Millionen verkaufte Exemplare. Doch die dürften nicht zuletzt vom margenschwächeren iPad mini getragen werden. So werden Anleger und Analysten auch ein Auge darauf werfen, wie schwer die Gewinnmarge unter Druck geraten  könnte. Im vergangenen Jahr hatte Apple den Fabelwert von 44,7 Prozent erzielt.

Und selbst wenn Apple die Konsensschätzungen der Analysten, die bei einem Gewinn je Aktie von 13,45 Dollar liegt schlägt und auch den Vorjahreswert übertrifft, könnte die Aktie doch noch unter Druck geraten. Nämlich, wenn Apple Anleger erneut mit einem konservativen Ausblick auf das laufende Quartal verprellt, über das es ja zuletzt so viel negative Spekulationen gab.  So oder so: Es gibt für Apple-Aktionäre heute Abend viele Hürden zu überspringen.  

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