E-Paper-Auflage der Zeitungen steigt

Publishing Die Zahl der verkauften E-Paper deutscher Zeitungen steigt. Der BDZV vermeldet, dass im vierten Quartal durchschnittlich 275.865 Exemplare abgesetzt wurden. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht das einem Wachstum von 75 Prozent. Der Sprung resultiert vor allem aus der steigenden Zahl der Titel, die ein E-Paper anbieten. Trotz der guten Steigerungsraten dürfte das E-Paper ein Übergangsformat bleiben, dessen Verkäufe Verlage mitnehmen, weil ein kleiner Nutzerkreis eine digitale Faksimile-Edition wünscht.

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Von den 22,5 Millionen pro Erscheinungstag verkauften Zeitungsexemplaren sind nur etwas mehr als ein Prozent E-Paper-Verkäufe. 2011 boten laut BDZV 90 Titel ein E-Paper an, 2012 waren es insgesamt 124 Titel. Die deutliche Steigerung zum Vorjahr resultiert vor allem aus diesem Faktor. Dennoch nimmt auch die Zahl der verkauften E-Paper pro Titel zu, derzeit sind es auf Grundlage der BDZV-Zahlen ca. 2.200 pro Titel. Verlage, die schon länger ein E-Paper anbieten, kommen auf deutlich höhere Verkäufe.
E-Paper-Angebote sind so unkreativ wie effizient und kostensparend. Die zusätzlichen Verkäufe können Verlage bei geringen Investitionen in Technik mitnehmen. Sie tragen damit einem Wunsch einer kleinen Leserzahl Rechnung, die die Originalausgabe ihres Blatts lesen wollen, weil sie entweder unterwegs sind oder Papierberge sparen möchten. Gleichzeitig können E-Paper-Angebote auch konservativen, aber durchaus technologieaffinen Lesern eine Brücke zu sogenannten Marken-Abos bauen – also den sanften Umstieg von Papier auf Digital ermöglichen. Die Schnittmenge dieser zwei Eigenschaften ist freilich nicht sehr groß.

Die Verluste, die viele Zeitungen seit Jahren bei ihrer Print-Auflage verzeichnen, werden die E-Paper vermutlich nicht ausgleichen. Entscheidend dürfte auch das Pricing sein, zu dem die E-Paper angeboten werden. Verlage müssen einen jeweils optimalen Preis finden, der Kannibalisierung (= Preis zu niedrig gesetzt) vermeidet und den (Wieder-)Einstieg in eine Kundenbeziehung über einen Einzelkauf oder sogar ein E-Paper-Abo möglich macht (Preis nicht zu hochschwellig ansetzen).   

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