Geschäft mit Servicegebühren: neue Vorwürfe gegen Unister

Publishing Die Debatte um vermeintlich unrechtmäßige Praktiken beim Reiseportal-Anbieter Unister hat eine weitere Facette erhalten. Die WirtschaftsWoche veröffentlichte Auszüge aus einer internen E-Mail, die der Redaktion vorliegen soll. Darin heißt es, man habe explizit nach Formen von einen "Umbuchungsschutz" gesucht, die keine Form der Versicherung darstellen. Die E-Mail soll an Firmengründer Thomas Wagner gegangen sein.

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Die Wirtschaftswoche zitiert aus der Nachricht, die eine enge Mitarbeiterin Wagners unter Bezug auf ein Gespräch mit ihn an den Firmengründer geschrieben haben soll: "Wir sollen uns eine Art Umbuchungsschutz ausdenken, sodass wir eine zusätzliche Servicegebühr auf allen internationalen Portalen erheben können." Weiter heißt es: "Das ganze soll allerdings nicht als Versicherung deklariert sein, um den damit verbundenen Auflagen zu entgehen."
Die E-Mail enthalte auch eine Anweisung von Wagner: "Überlegt euch: Bedingungen, welche das Produkt nicht zu einer Versicherung machen", schreibt die WirtschaftsWoche. Die Zeitung zitiert einen mit dem Inhalt konfrontierten Firmensprecher: Die Rechtsabteilung von Unister habe "seit geraumer Zeit in Korrespondenz mit der BaFin" gestanden. „Dabei wurden auch die gegenseitigen Rechtspositionen ausgetauscht." Auch andere Reiseveranstalter seien "von einer ähnlichen Rechtsauffassung ausgegangen."
Im Dezember hatte die Oberstaatsanwaltschaft Dresden eine Großrazzia bei Unister angeordnet und mehrere Haftbefehle erlassen. Der Vorwurf: Steuerhinterziehung. Anfang des Jahres trat Firmengründer Thomas Wagner als Geschäftsführer zurück

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