DLD: Skepsis gegenüber Graph Search

"Graph Search wird eine fundemantale Schwäche in Facebooks Privatsphären-Ansatz offenlegen", glaubt der Investor Albert Wenger. Spezielle Suchen, beispielsweise nach Krankheiten, erforderten höhere Privacy-Einstellungen. Als Gegenmodell stellte er auf der DLD-Konferenz DuckDuckGo.com vor. Auch die Search-Spezialisten Philip Inghelbrecht (Rockmelt) und Wolf Garbe (Faroo) teilen Wengers Skepsis. "Graph Search ist eine großartige Leute-Suchmaschine, kann aber mit originären Search Engines nicht mithalten", urteilt Garbe.

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Wenger, der u.a. Chef von del.icio.us war und nun Investor bei Union Square Ventures ist, sieht Chancen für Suchmaschinen, die gut für spezielle Suchen sind. "Wir bewegen uns von einem Ozean der Information zu Wissens-Pools". Mit Google werden es Konkurrenten kaum aufnehmen können, es gehe darum, Services anzubieten, die Google nicht anbietet. So sei es mit DuckDuck.go möglich, losgelöst von persönlichen Interessen, die bei anderen Suchmaschinen aufgrund voriger Suchen hinterlegt sind, zu suchen.

"Die Nutzer wollen Wettbewerb", glaubt Wolf Garbe, der hinter der Peer-to-Peer-Suchmaschine Faroo.com steht. Das Angebot arbeitet nicht mit einem zentralen Server, sondern mit einem dezentralen Modell, das ebenfalls die Wahrung der Privatsphäre zusichert. In dem DLD-Panel ging es dann aber letztlich doch um die großen Player – allen voran Google. Zentrale Frage sei, ob es Google gelinge, weiter das Nutzerverhalten mit neuen Suchformaten zu prägen.

Was ist beispielsweise mit Google Glasses? Interessant, glaubt Garbe – Google hätte Zugriff auf Millionen von Kameras. Was ist mit Spracherkennung, relevant vor allem für die mobile Suche? Dieses Feature werde nur funktionieren, wenn es auch wirklich funktioniere, sagt Wenger. Zudem sei bei der mobilen Suche beispielsweise der lokale Kontext viel wichtiger als die Spracherkennung, glaubt der Investor.

Einen weiteren Vorstoß in die Welt der Wissenschaft kündigte derweil Arkadi Volozh an, der Chef der russischen Suchmaschine Yandex. Die Wissenschaftler am Kernforschungszentrum CERN nutzen künftig Yandex‘ MatrixNet, eine lernende Suchtechnologie. Von den Erkenntnissen der Forscher sollen als Rückkopplung auch die normalen Nutzer profitieren. Yandex könnte die Antithese zu Albert Wengers Einschätzung werden, dass eine direkte Konkurrenz zu Google zum Scheitern verurteilt sei.  

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