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Neue „Wetten, dass..?“-Enthüllungen

Der Spiegel scheint mit seiner „Wetten, dass..?“-Story von Montag sein Pulver verschossen zu haben. Aber das Handelsblatt recherchierte in Sachen Teldafax weiter und kommt zu neuen Erkenntnissen. Die Düsseldorfer haben herausgefunden, dass das ZDF vom Energieanbieter Strompakte für Gewinnspiele bekam, aber kein Bargeld. Das Geld, insgesamt eine Million Euro, floss erstaunlicherweise nicht von Teldafax, sondern von einer Schweizer Firma an die Firma Dolce Media von Gottschalk-Bruder Christoph.

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Das Geld kam von der Swiss Fact. Hinter dem Unternehmen steht Michael Josten. Der Unternehmer galt zudem als die treibende Kraft hinter dem insolventen Stromanbieter. Bei Teldafax war er lange Vorstandschef und wechselte später in den Aufsichtsrat. Zwischenzeitlich wurde Josten wegen Untreue in 176 Fällen bei diversen Immobilienfonds zu zweieinhalb Jahren Gefängnis ohne Bewährung verurteilt.
Die Zahlung an Dolce Media lief offenbar deshalb über die Schweizer Firma, weil Teldafax bereits damals kurz der Insolvenz stand. Mit Hilfe der „Wetten, dass..?“-Werbung hoffte das Unternehmen, genügend Neukunden zu finden, um weitermachen zu können. Das gelang, weil das Geschäftsmodell von Teldafax darauf basierte, dass Neukunden gleich für ein Jahr im Voraus bezahlten.
Das Handelsblatt fragt an dieser Stelle jedoch, ob Christoph Gottschalk wusste, dass mit Hilfe von „Wetten, dass..?“ „zehntausende Kunden“ in ein insolvenzreifes Unternehmen gelockt wurden? Eine Antwort auf diese und weitere Fragen stehen  aus. Die Gottschalk-Anwälte wollten sich bislang nicht dazu äußern.
Bereits Anfang der Woche hatte das Handelsblatt über die Kooperation mit Teldafax berichtet. Der Wirtschaftszeitung liegen dazu offenbar Verträge mit dem Stormanbieter vor, die sich auf die Zeit zwischen 2009 und 2010 beziehen. In insgesamt sechs Sendungen soll die Firma in “Wetten dass..?” vorgekommen sein, vor allem zusammen mit dem Bundesliga-Klub Bayer 04 Leverkusen, der seinerzeit von Teldafax gesponsert wurde. Rudi Völler und Jupp Heynkes seien in der Show als Teldafax-Werbeträger aufgetreten. Der Vertrag soll sogar exakte Regieanweisungen für einen Einspielfilm enthalten haben. Als Gewinnspielpartner konnte Teldafax später nicht mehr wie geplant von Thomas Gottschalk präsentiert werden, da das Unternehmen pleite ging. Vom ZDF hieß es, dass der Sender keine Zahlungen von Teldafax erhalten habe.
Zuvor waren bereits andere „Wetten, dass..?“-Deals mit DaimlerChrysler, Audi, Solarworld und Warsteiner bekannt geworden.

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