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SitzPlatzFuss: das Bookazin für Hundeprofis

Im neuen Jahr wollen wir in losen Abständen unsere Reihe mit bemerkenswerten Print-Magazinen aus der Nische fortsetzen. Diesmal haben wir uns ein interessantes Bookazin für “anspruchsvolle Hundefreunde” vorgenommen: SitzPlatzFuss aus dem Hunde Fachverlag in Schwarzenbek. Das Magazin erscheint quartalsweise zum üppigen Heftpreis von 12,80 Euro und ist weit entfernt vom üblichen Friede, Freude, Hundekuchen Journalismus der populären Tierpresse.

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Zielgruppe

Dass SitzPlatzFuss ein bisschen anders ist als Publikumsmagazine, die sich mit Haustieren befassen, macht schon die anvisierte Zielgruppe deutlich. Laut Verlagsangaben richtet sich SitzPlatzFuss vor allem an Hundeschulen, Hundetrainer, Züchter sowie “professionelle und semiprofessionelle Hundefreunde”. Es geht also durchaus anspruchsvoll zu in dem Heft. Der absolute Schwerpunkt liegt auf Methoden der Hundeausbildung und auf Aspekten des Zusammenlebens zwischen Mensch und Hund.

Konzept

In SitzPlatzFuss schreiben vor allem Experten. Das bedeutet: namhafte Trainer, Züchter, Tierärzte oder Wissenschaftler, die sich dem Hundeleben verschrieben haben. Die Autoren werden jeweils in einem Kasten kurz vorgestellt. Das Bookazin ist sehr textlastig, es gibt aber auch kürzere Interviews und jeweils ein Rasseporträt (in der von uns begutachteten Ausgabe war es der Cocker Spaniel). In jeder Ausgabe werden Schwerpunktthemen gesetzt, die ausführlich aus verschiedenen Blickwinkeln in fachlich fundierten Artikeln beleuchtet werden. Schwerpunkte im Oktober/November/Dezember Heft 2012 waren zum Beispiel der Trend zur Mehrhundehaltung und der umstrittene Einsatz von Telereizgeräten bei der Hundeerziehung. Vor allem letzteres Thema wurde in erfreulicher Tiefe und Ernsthaftigkeit im Heft diskutiert. Laut den Machern ist SitzPlatzFuss als Sammelmagazin konzipiert. Will heißen: Die Themen sollen über die Tagesaktualität hinaus bestand haben. Auf der Website kann man dementsprechend frühere Hefte nachbestellen.
Machart

SitzPlatzFuss ist hochwertig und teuer produziert. Das Heft verfügt über ein dickes Karton-Cover, das den Anspruch als Bookazin unterstreicht. Druck- und Papierqualität sind ebenfalls sehr hochwertig. Das Layout ist zurückhaltend mit viel Weißraum und viel Text. Die Bebilderung besteht fast ausschließlich aus Hundefotos. Hier könnte man auch einen Kritikpunkt sehen: Die meisten Fotos der Vierbeiner haben mit den Themen nichts zu tun. Es handelt sich einfach um hübsche Hundebilder mit eher allgemeinen Bildunterschriften. Das wirkt ein bisschen austauschbar. SitzPlatzFuss ist eher vom Kopf her konzipiert – die emotionalen Hundefotos dienen somit wohl der Auflockerung. Im Heft dominieren die fachlich fundiert geschrieben, längeren Text-Stücke. Gerne wird auch etwas tiefer in Statistiken oder Hunde-Verhaltensforschung eingetaucht. Einen mehrere Seiten langen Artikel über “Das Vestibularsyndrom” beim Hund sucht man in einer Publikumszeitschrift gewiss vergeblich. Digital zeigt sich das Hunde-Bookazin aufgeschlossen. Neben Website und Facebook-Seite gibt es seit kurzem das Heft auch als E-Book fürs iPad.

Schräge Anzeigen

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Anzeigen gibt es wenige in SitzPlatzHund. Interessant war immerhin eine Anzeige für “piccobello” – die “waschbare Hundewindel” für inkontinente Hunde. Dankenswerterweise ohne Foto. Ansonsten gab es auf den Umschlagseiten Eigenwerbung für die Hundebücher und -DVDs des Cadmos-Verlags.

Seltsamster Lese-Moment

Als die Autoren des fundiert-ausgewogenen Artikels “Unter Strom” (über Telereizgeräte in der Hundeerziehung) beschreiben, wie sie die Telereizgeräte an sich selbst ausprobiert haben (“Ja, es kann wehtun!”).

Steckbrief

SitzPlatzFuss Verlag: Cadmos Verlag GmbH
www.sitzplatzfuss.com
Auflage: 10.000
Erscheinungsweise: vierteljährlich
Heftpreis: 12,80 Euro

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