Wichmann über stern: „Marke glänzt nicht“

"Der stern muss wieder leidenschaftlicher werden" - mit dieser Ansage startet der neue Chefredakteur Dominik Wichmann in sein Amt. Im Interview mit der morgen erscheinenden Wochenzeitung Die Zeit fordert er: "Jedes Stück braucht eine These. Jedes Stück braucht eine Begründung, warum es gedruckt wird." Der 41-Jährige sagt auch, wofür das Magazin stehen soll: "Teilhabe an unserer Gesellschaft und Nachhaltigkeit". Und er verrät den neuen Werbe-Claim des stern: "Was uns bewegt."

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Selbstkritisch bekennt Wichmann, der seit knapp zwei Jahren als Stellvertreter in die Blattmache eingebunden ist: ""Der stern muss das Leben lieben. Wenn ich mir das aktuelle Heft anschaue, dann tun wir das nicht konsequent genug." Und weiter: "Der stern muss eine Modernität verkörpern, die nicht als bedrohlich empfunden wird." Bei seinen Reformen setzte der neue Chefredakteur im eigenen Hause an, bildete ein Konzeptteam aus stern-Mitarbeitern und Externen und stieg ins Archiv: "In den späten achtziger Jahren sind wir fündig geworden." Dort sei die "DNA der Marke" besonders gut sichtbar: "Dort liegt die Quelle, von der die Reform ihren Ausgangspunkt nehmen wird."
"Spätestens im April" solle der neue stern auf dem Markt sein: "Unser Konzept steht." Dabei macht Wichmann keine Kompromisse: "Der stern muss mit den Anspruch haben, mit den Besten zu arbeiten." So wurde für das Redesign auch ein Experte aus Manhattan hinzugezogen: Luke Hayman von der Design-Agentur Pentragram, der auch schon für das New York Magazine arbeitete. Dieses Magazin ist für Wichmann eines besten, ebenso wie der Economist und Oprah Winfreys Zeitschrift O.
Auf die Frage von Zeit-Medienredakteur Götz Hamann, wie beim stern künftig Print und Digital zueinander stehen sollen, sagt Wichmann: "Sie können nur ein gutes digitales Angebot machen, wenn Sie sehr genau wissen, welche Haltung die gesamte Marke hat." Zugleich kündigt er eine "Überarbeitung" der stern-iPad-App und der Website stern.de an.
Der neue Chefredakteur spart auch nicht an Lob für seine Vorgänger: "Thomas Osterkorn und Andreas Petzold haben die Marke extrem verbreitert. Und jetzt haben sie die Größe, loszulassen und den Übergang auch noch selbst zu begleiten." Dass der Nachfolger nun Einiges ändere, störe das gute Verhältnis nicht: "Osterkorn hat einmal gesagt: Ich sehe manche Dinge wirklich anders als du, aber ich habe dich geholt, damit du es anders siehst."

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