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WAZ-Gruppe kündigt WR-Redaktion

Die WAZ-Gruppe schließt die Redaktion der Westfälischen Rundschau, will die Zeitung aber erhalten. Das Blatt habe "seit vielen Jahren Verluste in Millionenhöhe" hinnehmen müssen. 120 Stellen sollen abgebaut werden. Die lokalen Inhalte für die Zeitung sollen ab Februar von Westfalenpost (WAZ-Gruppe), den Ruhr Nachrichten (Lensing-Wolff) und Hellweger Anzeiger (Verlag Rubens) kommen. Der Vorgang dürfte für eine regionale Tageszeitung beispiellos sein: Die WAZ baut ein Blatt ohne eigene Redaktion.

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Die drei Geschäftsführer der WAZ-Gruppe kommen in einer Pressemitteilung alle zu Wort. So sagt Manfred Braun: "Wir wissen, dass das für die Betroffenen und ihre Familien sehr hart ist, aber wir sehen im Interesse des gesamten Unternehmens leider keine andere Möglichkeit." Christian Nienhaus sagt: "Wir werden alles daran setzen, diesen Arbeitsplatzabbau so sozialverträglich wie möglich zu gestalten." Und Thomas Ziegler, der im vergangenen Jahr als Finanzchef zur WAZ-Gruppe kam: "Angesichts des anhaltenden Anzeigen- und Auflagenrückgangs und der schlechten Geschäftsaussichten für das laufende Jahr mussten wir jetzt handeln."

Die drei Geschäftsführer kommunizieren, die Zeitung werde "grundlegend saniert" und "zukunftssicher" aufgestellt. Die Westfälische Rundschau soll künftig wie ein Patchwork produziert und mit WAZ-eigenen und verlagsfremden Inhalten bestückt. Die insgesamt vier WAZ-Zeitungen – Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Neue Ruhr/Neue Rhein-Zeitung, Westfalenpost und Westfälische Rundschau – bleiben damit als nach außen eigenständige Titel erhalten. Intern spart die WAZ-Gruppe aber eisern weiter und baut zusätzlich Stellen ab.

Der Mantel wird wie bisher schon vom sogenannten Content Desk der WAZ produziert, hier ändert sich nichts. Die WAZ-Zeitung Westfalenpost übernimmt die Berichterstattung für Regionen, in denen sie ebenfalls vertreten ist. Das Blatt baut zudem eine zusätzliche Lokalredaktion auf, um das Verbreitungsgebiet der WR abzudecken. Von außen liefern ab Februar die Ruhr Nachrichten (Lensing-Wolff) und der Hellweger Anzeiger (Verlag Rubens) sowie der Märkische Zeitungsverlag Inhalte bei.  

Vor einigen Monaten teilte das Essener Medienunternehmen mit, man werde bis 2014 etwa 20 Prozent der Kosten einsparen. Zuvor hatte die WAZ Mediengruppe bereits etliche Sparrunden bei ihren Zeitungen in NRW durchlaufen. 

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