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Gottschalk wehrt sich gegen Spiegel-Story

Nachdem der Spiegel diese Woche mit Schleichwerbe-Praktiken bei der ZDF-Show "Wetten, dass..?" titelt, hat der Medienanwalt von Thomas Gottschalk reagiert und eine Erklärung veröffentlicht, in der er betont, der langjährige Showmaster habe sich "keinerlei Fehlverhalten vorzuwerfen". Interessant in dem Schreiben des Berliner Juristen Christian Schertz ist ein weiterer Punkt: ein persönliches Statement von Gottschalk zum tragischen Wettunfall von Samuel Koch.

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Der Student war bei dem Versuch, ihm entgegenkommende Autos mit Sprungstelzen im Salto zu überspringen, schwer gestürzt und ist seither vom Hals abwärts gelähmt. Der Spiegel hatte bei seiner Titelgeschichte diesem Thema einen eigenen Artikel unter der Headline "Wie es zu Samuel Kochs verhängnisvoller Auto-Wette kam" gewidmet. Darin geht es vor allem um die Rolle von Audi als Hauptsponsor der Show und die Vermutung, dass der Fahrzeugkonzern für die mediale Präsenz seiner Mobile in der Show zahle.
Einen derartigen Vertrag mit der Vermarktungsfirma Dolce Media von Gottschalks Bruder Christoph hatte in früheren Jahren DaimlerChrysler abgeschlossen, wie der Spiegel jetzt enthüllte. Verunglückt war Samuel Koch beim Sprung über den von seinem Vater gelenkten Audi A8, eine 5,14 Meter lange Limousine. Unklar ist, warum in der Show ein derart langes Fahrzeug verwendet wurde, hatten die Betreuer des Wettkandidaten im Vorfeld doch auf kompaktere Autos gesetzt: "Je kleiner, je besser."
Im Auftrag des Showmasters teilt sein Anwalt nun mit: "Was ihn (Gottschalk, die Red.) allerdings schwer trifft, ist der … im aktuellen Spiegel vermittelte Eindruck, er habe aufgrund von Verträgen oder Gewinnstreben den verunglückten Wettkandidaten Samuel Koch in seiner Fahrzeugwahl bei der verhängnisvollen Wette beeinflusst. Herr Gottschalk erklärt hierzu: ‚Das Gegenteil ist der Fall: Ich habe bei der Probe am Tag vor der Sendung Samuel eindringlich abgeraten, über eine Limousine zu springen, und ihn mehrfach beschworen, sich mit den kleinen Smarts zufrieden zu geben. Michelle Hunziker hat versucht mich dabei zu unterstützen. Ich wünschte nichts sehnlicher, als dass Samuel damals auf uns gehört hätte.’"
Damit widerspricht Thomas Gottschalk allerdings einer These, die die Spiegel-Journalisten so gar nicht aufgestellt haben. Zudem wirft die Erklärung des "Wetten, dass..?"-Präsentators weitere Fragen auf. Etwa: Wenn dem Showmaster die Wette bei der Generalprobe schon so riskant vorkam, dass er den Kandidaten beschworen haben will, kleinere Fahrzeuge zu wählen, warum fiel dies offenbar weder der Redaktion noch den Sicherheitsverantwortlichen auf, die damals grünes Licht gaben? Das ZDF hatte nach dem Unfalldrama eine Task Force gebildet und ein Gutachten der Sporthochschule Köln zum Ablauf des missglückten Sprungs in Auftrag gegeben. Beide waren damals offiziell zu dem Schluss gekommen, dass dem Sender kein Vorwurf zu machen sei.
Juristisch wird Thomas Gottschalk wohl nicht gegen den Spiegel vorgehen. Laut Schreiben seines Anwalts war der Showmaster bei den strittigen Schriftstücken hinsichtlich des Schleichwerbeverdachts "weder Vertragspartner noch an Verhandlungen oder Abschlüssen beteiligt", so Schertz, "sodass es auch keinen Grund gibt, sich konkret hierzu zu äußern". Er habe darüberhinaus niemals einen Mercedes zur Verfügung gestellt bekommen, noch habe er "jemals privat eines der Audi-Modelle benutzt, mit denen er im Artikel abgebildet wird".

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