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Spiegel: Schleichwerbung bei „Wetten, dass..?“

Bekannte deutsche Markenhersteller gehörten schon immer zu "Wetten,dass..?", von Haribo über Warsteiner bis Audi. Nun hat der Spiegel weitere Belege gefunden, wie einige Firmen ihre Produkte gezielt einem Millionenpublikum präsentieren konnten. Verträge mit DaimlerChrysler und Solarworld liefen über Dolce Media, die Vermarktungsfirma von Christoph Gottschalk, dem Bruder von "Wetten, dass..?"-Moderator Thomas Gottschalk. Ein Vertrag mit Audi läuft im Sommer aus.

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Der Spiegel titelt: "Die krummen Geschäfte mit Deutschlands größter Fernsehshow". Ganz neu ist es nicht, was die Spiegel-Rechercheure über Europas erfolgreichste TV-Sendung ausgegraben haben, denn gute Beziehungen zu Markenherstellern pflegten die Gottschalk-Brüder schon immer. In einem Vertrag zwischen DaimlerChrysler und Dolce Media aus dem Jahr 2003, der dem Spiegel vorliegt, finden sich nun Hinweise darauf, dass beispielsweise eine Mercedes A-Klasse durch eine "konkrete Anmoderation" zu präsentieren gewesen sei.

Solche konkreten "Regieanweisungen" verstießen allerdings gegen den Rundfunkstaatsvertrag, sagt ein Experte, den der Spiegel zitiert. Sein Urteil: Verbotene Schleichwerbung. Daimler-Konzernsprecher Jörg Howe sagte, "aus damaliger Sicht" sei die Koooperation "ein ganz normaler Vorgang" gewesen. Vertraglich sei mit Dolce Media festgelegt gewesen, dass die Kooperation mit dem Rundfunkstaatsvertrag und den Werberichtlinien vereinbar sei. Im Rückblick begeistert äußerte sich Solarworld-Chef Frank Asbeck: "Ein Super-Sendeplatz".

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Das ZDF betont, es sei keine "unzulässige Einflussnahme" auf die Sendung genommen worden. Der Vertrag mit Audi laufe im Sommer aus und werde nicht verlängert. ZDF-Intendant Thomas Bellut sagte dem Nachrichtenmagazin: "Dass die Markenrechte an ‚Wetten, dass..?‘ in diesem Umfang extern vermarktet wurden, lag auch daran, dass Gottschalk für den Sender damals so wichtig war. Die Vermarktung der Markenrechte und die Akquise von Gewinnspielpreisen aus einer Hand gibt es nach Gottschalk nicht mehr. Es schadet dem Sender, wenn auch nur der Anschein entsteht, dass da nicht sauber agiert würde."

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