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Zeitenwende: Stürzt Apple 2013 vom Thron?

Der Fehlstart scheint perfekt: Während Rivale Samsung mühelos an Apple vorbeizieht und selbst Totgesagte wie Nokia bemerkenswerte Comeback-Signale senden, rücken mittlerweile schon eingefleischte Fanboys wie Staranalyst Gene Munster von ihren Kurszielen ab. Die Probleme des Branchenprimus werden immer offenkundiger: Der Wachstumstreiber iPhone scheint ausgereizt. Tim Cook ist unterdessen nach Peking gereist: Er braucht die Expansion in China um jeden Preis.

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Der Fehlstart scheint perfekt: Platzhirsch Apple verliert den Rückhalt der Wall Street. Während Rivale Samsung mühelos an Apple vorbeizieht und selbst Totgesagte wie Nokia bemerkenswerte Comeback-Signale senden, rücken mittlerweile schon eingefleischte Fanboys wie Staranalyst Gene Munster von ihren Kurszielen ab. Die Probleme des Branchenprimus werden immer offenkundiger: Der Wachstumstreiber iPhone scheint ausgereizt. Tim Cook ist unterdessen nach Peking greist: Er braucht die Expansion in China um jeden Preis.

Manchmal reicht ein einfacher Blick zurück. Sechs Jahre war es gestern her, als Steve Jobs das iPhone enthüllt hatte – es dürfte Apple-Fans wie eine Ewigkeit vorgekommen sein. Die Aufbruchsstimmung, die Jobs in seiner wohl besten Keynote erzeugte, sie erscheint in diesen Tagen fast wie eine traurige Reminiszens an bessere Tage.

Apple wirkt zum Jahresstart 2013 wie ein wankender Gigant, der größte Mühe hat, sein Imperium zu verteidigen. Nur allzu deutlich wird die mögliche Zeitenwende von wendigen Rivalen Samsung dokumentiert, der Apple mit 63 Millionen verkauften Smartphones im Weihnachtsquartal spielend hinter sich gelassen hat.

Tim Cook im Reich der Mitte: Wann kommt der China Mobile-Deal?

Apples Konter? Spekulationen über eine Billig-Version des Kulthandys. Klingt nicht nach der Innovationskraft, die man aus Cupertino gewohnt war. "Es ist offiziell: Apple hat seinen Schwung verloren", ließ sich Henry Blodget vom Alley Insider, der sich seit Jahren auf Apple eingeschossen hat, die Steilvorlage zum großen Abgesang nicht nehmen.

Die Bilder von Tim Cook in China machen es auch nicht unbedingt besser. Fast wie ein Getriebener wirkt Cook auf seiner zweiten Reise ins Reich der Mitte als Apple-Chef. Nicht mal ein Jahr ist es her, da schien Cook noch in China neue Horizonte zu erschließen – im März-Quartal vergangenen Jahres machten die Erlöse im Reich der Mitte bereits 20 Prozent am Gesamtumsatz aus.

Apple braucht in China schnelle Erfolge

Doch seitdem ist wenig passiert. Genauer gesagt hat Apple Rückschritte gemacht. Die Umsätze haben sich inzwischen rückläufig entwickelt:  Nach 7,5 Milliarden Dollar im starken März-Quartal fiel Apple im September-Quartal auf Erlöse in Höhe von 5,7 Milliarden Dollar zurück. Tim Cook versucht das herunterzuspielen: "China wird in nocht allzu ferner Zukunft unser größter Markt werden", verbreitet der Apple-Chef Zweckoptimismus.

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Am Markt geht das unter. "Apple muss in China jetzt aufs Gaspedal drücken", sorgt sich etwa der Vermögensverwalter Eric Jackson, der weiter in Apple investiert ist und gewöhnlich optimistisch für den Branchenprimus gestimmt ist. Jackson hatte Ende vergangenen Jahres eine Gewinnverdopplung im Zuge des Launchs von iTV in Aussicht gestellt.

Vor allem der Deal mit dem größten Provider China Mobile muss nach vierjährigen Verhandlungen endlich her, legt Jackson bei TheStreet.com den Finger in die Wunde. Ebenfalls bemängelt der Fondsmanager die geringe Anzahl von Apple Stores im Reich der Mitte – es sind bislang ganze elf.

Gene Munster reduziert Kursziel

Unterdessen rückt die Wall Street immer mehr vom Branchenprimus ab. Seit Wochen nehmen Analysten ihre Schätzungen zurück. Ausgerechnet der wohl meist respektierte Apple-Fürsprecher der Investmentbranche, Gene Munster von Piper Jaffray reduzierte gestern sein Kursziel für Apple. Zwar fiel die Reduktion von 900 auf 875 eher kosmetisch aus, doch der Rückzug des Staranalysten steht symbolisch für die zunehmende Skepsis der Wall Street gegenüber dem noch immer wertvollsten Konzern der Welt.

Der renommierte Vermögensverwalter Doug Kass, der 2008 die Finanzkrise und 2009 ihr Ende voraussagte, prognostiziert für Apple 2013 unterdessen gar die Zeitenwende: Erstmals seit Beginn des Jahrhunderts wieder eine rückläufige Geschäftsbilanz – Apples epochale Erfolgsstory wäre dann tatsächlich zu Ende.

Anleger blicken Apple-Bilanz skeptisch entgegen

Bislang jedoch sind das Spekulationen. Wie sich Apples Geschäfte im Weihnachtsquartal tatsächlich entwickelt haben, können Anleger in knapp zwei Wochen bei Vorlage der neuen Bilanz überprüfen. Die Apple-Aktie ist unterdessen in das neue Jahr gestartet, wie sie 2012 beendet hatte – als Fallobst.

Sie liegt gegen den Markttrend im Minus, während der marktbreite S&P 500 und die Technologiebörse Nasdaq auf neuen 5-Jahres-Hochs notiert. Apples Allzeithoch vom September ist dagegen mehr als 25 Prozent entfernt. Was für einen Unterschied ein paar Monate machen können…

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