FTD-Studis erfolgreich mit Protest

Die Financial Times Deutschland ist seit Dezember 2012 Geschichte. Über den Sozialplan wird derzeit noch verhandelt. Die 111 freien Mitarbeiter der Zeitung protestierten diese Woche via Flugblatt. Darin forderten sie Gleichbehandlung bei allen Entschädigungen und eine Statusgleichstellung mit den Festangestellten. Bereits zum Jahresende protestierten die studentischen Hilfskräfte der G+J Wirtschaftsmedien. Wie zu hören ist, offenbar mit Erfolg. Auch sie sollen nun eine Abfindung erhalten.

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Mit einer "Protest Times" hatten die studentischen Hilfskräfte bei den G+J-Wirtschaftsmedien auf ihre Situation aufmerksam gemacht. In dem an die FTD-Titelseite angelehnten Flugblatt schrieben sie: "Bei den Wirtschaftsmedien sind 57 studentische Mitarbeiter beschäftigt. Dies macht etwa ein Sechstel der Belegschaft aus. Einige von uns sind schon seit acht Jahren angestellt. Wir übernehmen für die FTD und die Magazine Tätigkeiten, die auch von Festangestellten ausgeführt werden." Und weiter: "Einige von uns arbeiten in manchen Wochen 40 Stunden und mehr. Dafür erhalten wir Bruttostundenlöhne zwischen 10 und 12,50 Euro. […] Dabei muss der Verlag uns nicht einmal krankenversichern und auch keine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung zahlen."
Wie aus Kreisen der Studierenden zu erfahren ist, wussten viele der anderen Mitarbeiter zuvor nicht, zu welchen Bedingungen die Hilfskräfte eingestellt waren. Vielen sei nicht einmal klar gewesen, dass die jeweiligen Personen nur studentische Hilfskräfte waren. Diese hatten nur einen Monat Kündigungsfrist und kein Anrecht auf Arbeitslosengeld, weshalb sie das Ende der Wirtschaftsmedien besonders unvermittelt traf. Ihnen sei klar gewesen, berichtet ein Beteiligter MEEDIA, dass sie auf ihre Situation aufmerksam machen müssten, da sie sonst womöglich nach Einstellung der FTD mit leeren Händen dastehen würden.
Auch deshalb suchte man schnell das Gespräch mit dem Verlag. Betriebsrat, DJV und Verdi beteiligten sich. Wie es aus dem Kreis der Studierenden heißt, werden eine Reihe ihrer Forderungen voraussichtlich erfüllt. Heißt konkret: Auch Sie erhalten eine Abfindung, wenngleich die Höhe noch nicht feststeht. Zudem werden sie ebenfalls im Härtefall-Fonds berücksichtigt. Außerdem werden alle studentischen Hilfskräfte bis zum Ende ihrer Kündigungsfrist bezahlt.
Dies habe sich komplizierter gestaltet, da die Hilfskräfte kein festes Gehalt bekommen, sondern jeweils nach der Anzahl der geleisteten Stunden bezahlt werden – und nach der Einstellung der FTD sind das wenige bis keine mehr. Hier sei aber eine Lösung gefunden worden. Nicht erfüllt worden sei hingegen die Forderung, die Verträge derjenigen zu verlängern, deren Vertrag ohnehin am Anfang des Jahres auslief. Diese Mitarbeiter bekommen keine Abfindung.
Von Verlagsseite werden diese Punkte gegenüber MEEDIA nicht bestätigt. G+J äußere sich nicht zu laufenden Sozialplanhandlungen. Ein Sprecher sagte jedoch, man habe eine Zwischenvereinbarung getroffen, die "sehr fair" sei.

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