FR hofft auf eine Last-Minute-Rettung

So langsam wird die Zeit knapp und ein paar gute Nachrichten würden der insolventen Frankfurter Rundschau auch mal wieder gut tun. Gerade erst wurde bekannt, dass Springer der verlagseigenen FR-Druckerei die Aufträge entzieht. Zudem reicht das Geld nur noch bis zum Ende des Monats. Doch im Interview mit der FR zeigt sich der Insolvenzverwalter Frank Schmitt optimistisch. So gebe es ernsthafte Interessenten für die Zeitung und die Druckerei. Fix ist allerdings noch nichts.

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Es mutet schon einwenig kurios an. Eine Zeitung führt ein Interview mit dem eigenen Insolvenzverwalter. Aber, was bleibt der Frankfurter Rundschau auch anderes übrig? Die Mitarbeiter wollen wissen, woran sie sind und auch die Leser haben ein großes Interesse am Schicksal ihrer Zeitung. Also wird der zum Verlagsretter bestellte Frank Schmitt befragt. Seine Antworten sind allerdings ein Mix aus Mutmacher-Parolen und Beruhigungspille. Konkretes kann oder will der Jurist nicht sagen.
Schmitt berichtet, dass es ernsthafte Interessenten für die Zeitung und die Druckerei gebe und man bei den Verhandlungen schon sehr weit sei. „Es werden zur Zeit noch detaillierte Informationen abgefragt. Wir sind im intensiven Austausch und führen konzentrierte Detailgespräche. Wenn erst einmal eine grundsätzliche Einigung erfolgt ist, ist das Erstellen des Kaufvertrages dann nur noch Handwerk.“
Allerdings muss der bestellte Retter auch zugeben, dass konkrete und verbindliche Kaufangebote noch nicht vorliegen. So schnell sind diese wohl auch nicht zu erwarten. Schmitt lässt in dem Gespräch deutlich durchblicken, dass er von Last-Minute-Verhandlungen ausgeht.
Ob dann der gesamte Verlag, nur die Zeitung oder gar nur die Webseite einen Investor findet, ist noch offen. Die Druckerei würde laut des Frankfurter Rechtsanwaltes auch ohne die Springer-Aufträge überleben können, nur mit weniger Personal. „Ich führe jedoch noch Gespräche mit dem Springer-Verlag. Hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen“, beruhigt er. Zudem bezeichnet er es als seinen „allerletzte Schritt, alleine über einen digitalen Auftritt der Frankfurter Rundschau zu verhandeln. Das verfolgen wir derzeit aber nicht ernsthaft.“ Wirklich beruhigen können solche Worte kaum.

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