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Flimmer.de: Paid Content mal anders

Während immer mehr Seiten Geld von ihren Nutzern verlangen, geht Flimmer.de einen anderen Weg. Die Besucher der Film-Webseite können durch das Anschauen von Trailern selber Geld verdienen. Die Idee dahinter hatten zwei Filmemacher. Ein großer Name unterstützt sie: Roland Emmerich. Bislang läuft das Projekt erfolgreich, hat eine fünfstellige Nutzerzahl, wie der Gründer gegenüber MEEDIA erzählt. Eine erste Finanzierungsrunde soll bald anlaufen, zudem plant man mit eigenen journalistischen Inhalten.

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Christopher Zwickler ist Gründer und CEO von Flimmer. Seine Seite begreift er als Film- und Trailer-Portal. Doch etwas unterscheidet sein Projekt von anderen: "Earn per view" lautet hier das Geschäftsmodell. Wer sich als angemeldeter Nutzer Trailer zu aktuellen Kino-Filmen, DVD-Veröffentlichungen oder Video-on-Demand-Streifen anschaut und im Anschluss eine meist einfache Frage zum Inhalt beantworten kann, verdient bis zu zehn Cent. Ein Konzept, das Zwickler als "win-win-Situation" bezeichnet: Die Filmstudios bekommen so Nutzer, die ihre volle Aufmerksamkeit dem Trailer widmen. Dem Nutzer wiederum bleibt nervige Werbung vor dem Film erspart, zudem kann er ein paar Cent verdienen.
Bargeld gibt es für den Nutzer jedoch nicht: Hat er auf diese Art genug Geld gesammelt, kann er sein Guthaben in DVDs, VoD-Guthaben oder Kinogutscheine eintauschen. “Das war von Anfang an Teil des Konzeptes. Wir sind selber Filmemacher und die Belohnungen sollen auch immer filmspezifisch bleiben”, sagt Zwickler. Er hofft, dass man auf diese Art Anreize für legalen Filmkonsum stifte.
Das Konzept von Flimmer scheint anzukommen. Laut Zwickler gibt es eine “gute fünfstellige Zahl” an Nutzer-Accounts. Es seien bereits mehrere tausend Kinotickets über die Seite umgesetzt worden. Vier Mitarbeiter hat Flimmer. Über aktuelle Einnahmen und Ausgaben schweigt man. Was Zwickler jedoch verrät: Bislang habe man gut durch die Gründungsfinanzierung über die Runden kommen können. Die kommt mit Roland Emmerich von einem der bekanntesten Namen der deutschen Filmbranche. Schon früh habe man ihn vom Konzept überzeugen können. Emmerich ist einer der Gesellschafter von Flimmer.
Auch die übrigen Gesellschaftler sind in der Filmbranche gut vernetzt: Zwickler produzierte im vergangenen Jahr den Film “Hotel Desire”, Co-Gründer Marco Kreuzpaintner führte unter anderem Regie beim Erfolgsfilm “Krabat”. Die dadurch bestehenden Kontakte waren wichtig, um Filmstudios vom Konzept zu überzeugen. Einige wenige seien zwar noch nicht dabei, da die Reichweite von Flimmer momentan wahrscheinlich noch zu klein für sie sei, berichtet Zwickler. Doch mehrere kleine, aber auch größere Studios habe man überzeugen können. Tatsächlich ist das Trailer-Angebot auf der Seite umfassend, besonders bei aktuellen Filmen.
Doch allein bei Trailern soll es nicht blieben: Künftig wollen die Macher im begrenzten Umfang auch redaktionellen Content liefern. Das sei auch von Nutzer-Seite so gewünscht worden. “Bei einem Filmportal gehören Filmpremieren einfach dazu”, so Zwickler. Und weiter: “Wenn man etwas Exklusives haben kann, wertet das die Seite auf.” Mit “Roli” schickte man daher vor kurzem erstmals einen “Interview-Roboter” zu einer Filmpremiere. Das Ergebnis ist als Video im Portal zu sehen.
Das soll auch in Zukunft so sein. Die Filmemacher wollen auf ihren Terrain bleiben: Der redaktionelle Content soll als Bewegtbild auf die Seite. Allerdings, so unterstreicht man, werde das Hauptaugenmerk der Seite bei Film-Trailern bleiben. Alles andere sei Beiwerk.
Ob Filmmer langfristig Erfolg haben wird, muss sich jedoch erst noch zeigen. Eine für dieses Jahr angekündigte Finanzierungsrunde dürfte weitere Aufschlüsse geben. Zwickler jedenfalls glaubt an sein Konzept und könnte sich vorstellen, dass das “earn-per-view”-Modell auch in anderen Themenfeldern funktionieren würde, zum Beispiel bei Büchern oder Computerspielen.

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