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Hobbit-Cover wird zum Ebay-Kultobjekt

In fast jeder aktuellen Analyse zu möglichen Zukunftsstrategien für die Print-Branche ist immer wieder die Rede davon, dass Zeitungen viel mehr noch als heute zu Sammlerobjekten werden müssen. Ein wunderbares Erfolgsbeispiel für diese Theorie liefert gerade Bauers britisches Kinomagazin Empire. Die Filmexperten spendierten ihrer Dezemberausgabe zum Hobbit fünf unterschiedliche 3D-Cover. Die Folge: Sehr schnell war die gesamte Auflage verkauft. Bei Ebay bringen die Hefte mittlerweile bis zu 50 Pfund.

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Die britischen Blattmacher haben sich für ihre Sonderedition allerdings auch genau das richtige Thema und die passende Zielgruppe ausgesucht: Der Hobbit war ein garantierter Mega-Blockbuster und Fantasy-Fans gelten sowieso als besonders sammelwütig. Zudem lieferte das Magazin echte Qualitätsarbeit. Der 3D-Effekt auf den Cover gehört zu den besten, die bislang auf Print-Produkten zu bewundern waren.

Die fünf Motive zeigen Bilbo (Martin Freeman), Galadriel (Cate Blanchett), Gandalf (Ian McKellen) Gollum (Andy Serkis) und den Zwerg Thorin Eichenschild (Richard Armitage).

Das britische Magazin gilt als die wohl beste Kino-Zeitschrift der Welt. So wurde Empire in England vor zwei Jahren noch zum Magazin des Jahres gewählt. Kaum eine Film-Redaktion hat einen näheren Draht zu den großen Leinwandstars, Regisseuren und Produzenten. Auf der Insel ist Empire mit einer verkauften Auflage von 167.096 Exemplaren (erstes Halbjahr 2012) die klare Nummer eins unter den kostenpflichtigen Kino-Titeln. Weltweit soll das Bauer-Heft rund eine Million Leser pro Ausgabe haben. Trotzdem haben auch die britischen Print-Cineasten mit Auflagenrückgängen zu kämpfen. In den ersten sechs Monaten des Jahres musste das Magazin ein Minus von 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr hinnehmen.

Das Heft ist allerdings nicht überall ein Erfolg. In Deutschland scheiterte Bauer im Herbst 2010 bei dem Versuch den Titel zu etablieren. Allerdings ist gerade hierzulande das Segment der Kino-Zeitschriften seit Jahren auch besonders unter Druck. So verlor Burdas Cinema beispielsweise zwischen dem dritten Quartal 2012 und 2010 genau 9,55 Prozent seiner Auflage (jetzt 83.528 Exemplare).

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Immer wieder gelingt es Zeitschriften mit besonderen Covern die Sammelleidenschaft ihrer Leser zu entfachen. Positive Beispiele hierfür sind unter anderen die Comeback-Ausgabe von Yps, die sich – dank beigelegter Urzeitkrebse – rasend schnell verkaufte oder das Rolling Stone-Magazins, das eine Ausgabe mit einer kompletten Prince-CD verkaufte und damit einen echten Mega-Seller landete.

Diese Sondercover gibt es nur für Neu-Abonennten

Mit ihren Hobbit-Covern haben die Engländer wirklich alles richtig gemacht. So hatten sie sich sogar einen Kniff überlegt, mit Hilfe der Aktion auch das Abonmarketing zu pushen. Denn Erst-Abonnenten erhielten eine Ausgabe mit einem sechsten Cover, das nur an Neukunden verschickt wurde. Eine schönere Aboprämie gibt es für echte Kino- und Mittelerde-Fans nicht.

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