Amazon stürmt auf neue Allzeithochs

Erstes Ausrufezeichen im neuen Jahr: Amazon, das nach Google zweitwertvollste Internet-Unternehmen der Welt, hat an der New Yorker neue Allzeithochs erklommen. Zeitweise 270 Dollar war die Aktie gestern wert, mehr als 120 Milliarden der Online-Einzelhändler, der immer noch kaum schwarze Zahlen schreibt. Unternehmensgründer Jeff Bezos ist das egal: Er wettet aggressiv auf die Zukunft und ist sich des Applaus der Wall Street gewiss – er war schließlich einmal Teil von ihr.

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Erstes Ausrufezeichen im neuen Jahr: Amazon, das nach Google zweitwertvollste Internet-Unternehmen der Welt, hat gestern an der New Yorker neue Allzeithochs erklommen. Zeitweise 270 Dollar war die Aktie gestern wert, mehr als 120 Milliarden der Online-Einzelhändler, der immer noch kaum schwarze Zahlen schreibt. Unternehmensgründer Jeff Bezos ist das egal: Er wettet aggressiv auf die Zukunft und ist sich des Applaus der Wall Street gewiss – er war schließlich einmal Teil von ihr.

Man muss sich Jeff Bezos als einen Zocker alten Schlages vorstellen. Der Amazon-Gründer, der seine ersten Sporen tatsächlich an der Wall Street verdiente, mag das Risiko: das macht die bemerkenswerte Historie des inzwischen 18 Jahre alten Internet-Pioniers Amazon deutlich. No risk, no fun. Und Spaß hat Bezos eigentlich immer – oder zumindest die vermutlich lauteste Lache des Silicon Valleys.

Anfang 2013 hat Bezos alle Lacher auf seiner Schulter. Vergessen sind die harten Jahre, als der Texaner als Online-Buchversender eine derart aggressive Wette auf die Zukunft fuhr, dass die Anleger nach dem Platzen der Dot.com-Blase die Aktie um bis um 90 Prozent fallen ließen.

Bezos füllt den langen Schatten Steve Jobs’ aus

Bezos gab der Wall Street, was sie sehen wollte – operative Gewinne – und hatte das Anlegervertrauen schließlich zurück. Davon zehrt Amazon bis heute: Die Wall Street lässt Bezos gewähren, weil sich Bezos bewiesen hat. Am Schreibtisch. In Analystenkonferenzen. Und auf der Bühne.

Dass Bezos sogar die Sehnsucht nach der verlorenen Aura Steve Jobs’ ausfüllen kann, ist der Techbranche kurz nach dem Tod des visionären Apple-Gründers aufgefallen – wie wohl kein anderer Manager im Silicon Valley kann Bezos in seinen Keynotes jene Aufbruchsstimmung erzeugen für die Jobs bekannt war.

Amazon – an der Börse die Gegenwelt zu Apple

Im Gegensatz zum Apple-Gründer kann Bezos den Ertrag seines Lebenswerks in diesen Tagen voll auskosten. Nie war der 48-Jährige angesehener als heute. Nie war er erfolgreicher als heute. Nie war das Vorschussvertrauen der Wall Street größer als heute,  das unterstreicht der glanzvolle Start ins neue Börsenjahr mit einem Kursfeuerwerk von schon wieder sieben Prozent in gerade mal vier Handelstagen.

Während Anleger Apple in der Post-Steve-Jobs-Ära immer skeptscher betrachten, kann sich Amazon über ein Vorschussvertrauen freuen, wie es die Wall Street nicht mal in den größten Exzessen 1999 spendiert hat. Bei 270 Dollar notierte Amazon gestern, das entsprach einem Börsenwert von mehr als 120 Milliarden Dollar – so viel wie nie.

Wall Street konditioniert: Anleger trauen Bezos alles zu

Bemerkenswert dabei: Das maßgebliche Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von Amazon ist auf den Fantasiewert von 3588 emporgeschossen – der Durchschnittswert des marktbreiten S&P 500 liegt bei 15, während Branchenprimus Apple mit einem KGV von 10 in die Niederungen von abgehalfterten Rohstoffaktien abgestiegen ist.

In der Zukunft, das drücken die Börsenkurse aus, trauen Anleger Amazon so ziemlich wie alles zu. Er hat die Wall Street mit seiner Wette auf die Zukunft konditioniert. Gewinne?  Wie oberflächlich! Den Cent von heute für den Dollar von morgen opfern – das ist das Mantra des 48-Jährigen, der inzwischen schon in historischen Dimensionen verehrt wird.

"Jeff Bezos ist der Sam Walton unserer Zeit"

"Jeff Bezos ist der Sam Walton unserer Zeit", wagte CNBC-Marktkommentator James Cramer gestern den Vergleich mit dem legendären Walmart-Gründer. Mehr Ehre geht kaum: Der US-Einzelhändler Walmart ist das mit Abstand umsatzstärkste Unternehmen der Welt.

Und doch wird Bezos’ große  Bewährungsprobe erst noch kommen. Irgendwann, das ist das Gesetz der Kapitalmärkte, wollen Investoren Geld sehen. Unterm Strich. Quartal für Quartal. Nicht in der Zukunft. Bezos muss dann beweisen, dass Amazon nicht nur ein Wachstumsriese, sondern auch ein profitabler Riese sein kann. Auch für Amazon sind Milliardengewinne irgendwann die einzige Währung, die zählt.

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