Wie YouTube den Fernseher erobern will

Wenn Sie sich ein Video auf YouTube anschauen, dann tun Sie das mit großer Wahrscheinlichkeit über einen Rechner oder ein mobiles Endgerät. Vor kurzem startete die Google-Tochter mit seinen Original-Channels eine Content-Offensive, die das Videoportal fernsehtauglicher machen soll. Zur Consumer Electronics Show 2013, die am Dienstag in Las Vegas startet, kooperiert YouTube mit TV-Hersteller, um die Videos noch einfacher auf den Fernseher zu bringen.

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Bang & Olufsen, LG, Panasonic und Sony wollen auf der wichtigen Technikmesse CES Geräte vorstellen, die sich über WLAN mit einem Smartphone oder Tablet koppeln lassen, auf dem die YouTube-App installiert ist. Ein Klick auf “Sent to TV” genügt, und das entsprechende Video erscheint auf dem großen Bildschirm. Die Set-Top-Box Google TV wird damit, zumindest für das Abspielen von YouTube-Inhalten, überflüssig. Momentan ist das Feature nur die Androidversion verfügbar, ein Update für die iOS-App soll in Kürze folgen. Einige Sony- und Samsung-Modelle unterstützen den Dienst bereits. 

YouTubes Marschrichtung ist laut Mashable klar: Man will der Videodienst für alle sein. Ergo müssen die Videos auch überall verfügbar sein. Das Smartphone soll dabei suzkzessive die Fernbedienung ablösen. Darüber hinaus arbeitet YouTube daran, dass Ladezeiten der Vergangenheit angehören. Dass YouTube den Fernseher erobern will, hat einen handfesten Grund. So beobachtete das Videoportal in sämtlichen US-Bundesstaaten, dass die Nutzung am Abend in die Höhe schnellte.

Das Primetime-Prinzip scheint wohl auch für YouTube zu gelten. Doch ohne fernsehtaugliche Inhalte ist der Erfolg nur begrenzt. Deswegen startete das Videoportal im November auch in Deutschland sogenannte Original Channels, die exklusiv von Produktionsfirmen befüllt werden.
Die Videoplattform, die vor allem mit Amateurvideos groß geworden ist und noch immer vorrangig damit verbunden wird, geht für ihr Original Channels-Programm Partnerschaften mit etablierten Produzenten und prominente Persönlichkeiten ein. Der Deal: YouTube steuert einen Teil der Produktionskosten bei, die Werke sind im Gegenzug exklusiv bei der Google-Tochter zu finden. Die Werbeeinnahmen werden geteilt. 
Zu den Partnern zählen unter anderem MV Media, die für Motorvision Clips zur Automobil-Welt produzieren, UFA Film & TV Produktion mit einem Channel über Berlin, IDG Entertainment Media mit dem Kanal High5, sowie Endemol und Sony Music Entertainment Deutschland. 

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