Anzeige

Web-Aktien 2012: Comeback der Altstars

An der Börse dominierten 2012 Dot.com-Unternehmen, die schon zur Jahrtausendwende die Schlagzeilen bestimmt hatten: Expedia, eBay und Amazon bescherten ihren Anteilseignern ebenso wie Shootingstar LinkedIn exorbitante Renditen. Google blieb dagegen trotz neuen Allzeithochs hinter der Entwicklung der Techbörse Nasdaq zurück, Facebook verbrannte unterdessen reichlich Anlegerkapital, während Apple sein Börsenjahr im letzten Quartal ruinierte.

Anzeige
Anzeige

Wer sagt, dass das Internet ein schnelllebiges Geschäft sei? Tatsächlich dominierten 2012 an der Börse Dot.com-Unternehmen, die schon zur Jahrtausendwende die Schlagzeilen bestimmt hatten: Expedia, eBay und Amazon bescherten ihren Anteilseignern ebenso wie Shootingstar LinkedIn exorbitante Renditen. Google blieb dagegen trotz neuen Allzeithochs hinter der Entwicklung der Techbörse Nasdaq zurück, Facebook verbrannte unterdessen reichlich Anlegerkapital, während Apple sein Börsenjahr im letzten Quartal ruinierte.
 
Lange Zeit sah es so aus, als würde auch 2012 Apples Jahr werden. Der iPhone-Hersteller startete im Januar mit bombastischen Quartalszahlen ins neue Jahr, die Aktie schien alle Schallmauern zu durchbrechen: Die 500 Dollar-Marke, die 500 Milliarden Dollar nach Börsenwert, die 600 Dollarmarke, Ende September sogar die 700 Dollar. Danach folgte ein drastischer Absturz, wie ihn Apple seit 2006 an der Börse nicht mehr erlebt hatte: Von Zugewinnen von in der Spitze 74 Prozent blieben am Ende nur 31 Prozent über.

Damit reichte es nicht mal mehr für die Top 5 der erfolgreichsten Tech- oder Internetwerte. Im Vergleich zu den anderen beherrschenden Playern der Internet-Landschaft waren Apple-Aktionäre damit nicht mal schlecht bedient. Google etwa blieb trotz neuen Allzeithochs nach fünf Jahren mit Zugewinnen von nur 9 Prozent deutlich hinter dem Leitindex der Techbörse Nasdaq zurück.

Der hoch gewettete Börsendebütant Facebook verpatzte sein IPO unterdessen fulminant und verbrannte trotz einer rasanten Comebackrally in den vergangenen Wochen bis Jahresende 30 Prozent Anlegerkapital. Weitaus besser hatten es Anleger, die in die folgenden fünf Börsenstars der US-Internetszene investierten:

Priceline: +33 Prozent

Immerhin weitere 33 Prozent konnte der Online-Reiseanbieter Priceline, der bereits Ende der 90er-Jahre mit Amazon und eBay zu den Pionieren des E-Commerce zählte, auch 2012 zulegen. Der Höhenflug  kommt nicht von ungefähr – auch in den Vorjahren verzückte Priceline seine Aktionäre mit rasanten Kurssprüngen: 83 Prozent Plus waren es 2010, 228 Prozent sogar ein Jahr zuvor.

Bei nunmehr mehr als 600 Dollar könnte Priceline sogar Apple oder Google beim Wettlauf um die 1000-Dollarmarke abhängen.
Doch die Risiken wachsen: Nach enttäuschenden Quartalszahlen im Juli stürzte die Priceline-Aktie im Juli mal eben um 100 Dollar ab – das Allzeithoch bei 775 Dollar ist wieder in weitere Ferne gerückt.

Nebenbei: Durch die exorbitanten Zuwächse ist Pricelines Börsenwert inzwischen in Dimensionen angekommen, die diesseits des Atlantiks kaum jemand wirklich zu registrieren scheint. Mit einer Marktkapitalisierung von 30 Milliarden Dollar ist der Online-Reiseanbieter, der unter anderem das Hotelbuchungs-Portal Booking.com betreibt, inzwischen zu einem der wertvollsten Internet-Unternehmen der Welt aufgestiegen. Vor Priceline rangieren nur Google, Amazon, Facebook, eBay und – ganz knapp – Baidu.

Amazon: + 45 Prozent

Die schier unglaubliche Erfolgsstory von Amazon wurde 2012 um ein neues Kapitel erweitert. Dass Jeff Bezos’ gnadenlose Wachstumsstrategie von Jahr zur Jahr mit deutlich zweistelligen Zuwächsen fortgeschrieben wird, ist weder eine Überraschung noch ein Geheimnis.

Dass Bezos’ Wette auf die Zukunft, mit der er beständig die Gegenwart opfert, weiter an der Wall Street aufgeht, ist indes ein echtes Phänomen. Unterm Strich hat Amazon in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres durch den Ausbau seiner Geschäfte und den stark subventionierten Start des Kindle-Tablets tatsächlich eine dreistellige Millionensumme verloren!

Anleger ignorieren die Konzernbilanz weiter hartnäckig, solange die Zuwächse bei den Umsätzen stimmen und bewilligten Amazon 2012 einen Wertzuwachs von 45 Prozent, neue Allzeithochs und mit über 110 Milliarden Dollar den nach Google zweithöchsten Börsenwert eines Internet-Unternehmens.

Anzeige

eBay: + 68 %

Es ist wahrscheinlich die  meistunterschätzte Erfolgsstory des Internet-Sektors: Facebook und die Platzhirsche Google und Amazon machen die großen Schlagzeilen unter sich aus – eBay indes Aktionäre glücklich.

Fast unbemerkt konnte der Dot.com-Pionier die stärkste Börsenperformance seit vielen Jahren feiern und den Börsenwert auf beachtliche 65 Milliarden Dollar steigern, obwohl der dritte Platz nach der Marktkapitalisierung knapp an Facebook verloren ging.

Dennoch: Wie man wirklich Geld im Internet verdient, macht eBay dem weltgrößten Social Network vor: Allein 597 Millionen Dollar verdiente eBay im dritten Quartal – mehr als Facebook in den ersten neun Monaten eingefahren hatte.  Wachstumstreiber bleibt weiter die Bezahltochter Paypal, die bereits auf über 120 Millionen aktive Kunden kommt.

LinkedIn: + 82 %

Die Erfolgsstory von LinkedIn geht weiter und weiter: Das Online-Business-Netzwerk legte 2012 immer wieder Quartalszahlen vor, die die Wall Street überzeugten. Die Umsätze explodierten zu Jahresbeginn dreistellig, in der zweiten Jahreshälfte konnte LinkedIn immer noch Zuwächse von fast 90 Prozent präsentieren.

Das Online-Business-Netzwerk, dem 2011 als einzigem Social Media-Unternehmen ein erfolgreicher Börsengang gelungen war, strafte seine Kritiker, die die ambitiöse Bewertung anprangern (KGV von 700), weiter Lügen. Konzernchef Jeff Weiner liefert alle drei Monate aufs Neue und kann sich entsprechend über Kursgewinne von 82 Prozent freuen. Fast hätte es damit wie im Vorjahr erneut zum ersten Platz gereicht.  

Expedia: + 112 %

Besser als LinkedIn performte nur ein Dot.com-Altstar: Die frühere Microsoft-Tochter Expedia, die schon in den Jahren 2009 und 2010 für Furore gesorgt hatte, zog 2012 auf neue Allzeithochs ab! Wie auch beim Rivalen Priceline profitiert Expedia vom ungebrochenen Boom der Online-Reisebranche, Gewinne und Umsätze ziehen weiter knapp  zweistellig an, bleiben damit allerdings hinter der Geschäftsdynamik von Platzhirsch Priceline zurück.

Warum das zu einer Kursverdopplung binnen zwölf Monaten geführt hat, während Priceline bei fast identisch hoher Bewertung (KGV 25) nur um 33 Prozent zulegte, gehört zu den Mysterien der Börse. Für maßgeblichen Auftrieb dürften die positiven Analystenkommentare und anhaltende Übernahmefantasie gesorgt haben – mit rund 8 Milliarden Dollar entspricht Expedia gerade mal einem Viertel der Marktkapitalisierung von Priceline und wurde in der Vergangenheit immer wieder mit großen Internet-Playern in Verbindung gebracht.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*