Kopfnoten für die Handelsblatt-Bosse

Der neue Focus-Chef Jörg Quoos absolvierte einen geschmeidigen Einstand in München - begleitet von einem kleinen Seitenhieb seiner alten Redaktion. Der künftige Handelsblatt-Chef Hans-Jürgen Jakobs und sein Boss Gabor Steingart bekamen in der Zeitschrift Wirtschaftsjournalist individuelle Kopfnoten in Sachen „gutes Benehmen“ ausgestellt. Konstantin Neven DuMont hat schon sein erstes Interview 2013 gegeben und RTL sucht sich seine Bachelor-Beaus u.a. bei Xing.

Anzeige

Diese Woche absolvierte der neue Focus-Chefredakteur Jörg Quoos seinen Einstand in der Münchner Redaktion. Burda-Vorstand Philipp Welte stellte den Neuen mit salbungsvollen Worten vor : „Die Redaktion bekommt einen exzellenten Nachrichtenjournalisten, einen der besten dieses Landes. Ich bin sehr glücklich, dass wir ihn für diese große Aufgabe verpflichten konnten”, sagte Welte. Quoos verabreichte seinerseits verbales Baldrian: „Ich bin hier nicht angetreten, um aus Focus ein wöchentliches Boulevardblatt zu machen. Im Gegenteil: Die Ur-DNA des Focus ist im Kern noch immer aktuell. Gemeinsam mit der Redaktion will ich Focus zeitgemäß weiterentwickeln, auf exklusive Nachrichten, tiefe Analysen – aber auch auf Emotionen setzen. Ich möchte, dass in Focus Top-Prominenz aus allen Bereichen zu Wort kommt. Und viele Geschichten lassen sich entlang Menschen erzählen – denn Menschen interessieren sich nun mal für Menschen.“ Fazit: Ales bleibt anders. Seine alte Redaktion von der Bild-Zeitung schickte Quoos mit der Silvester-Ausgabe noch einen kleinen, fiesen Abschiedsgruß. Traditionell schreibt die Bild an diesem Tag auf der letzten Seite “Schlagzeilen, die Sie 2013 (leider) nie lesen werden”. Und ganz unten befand sich dieser kleine Seitenhieb:

Neue Chefredakteure sehen wir 2013 einige. So übernimmt Hans-Jürgen Jakobs im Laufe des ersten Halbjahrs die Chefredaktion des Handelsblatts. Der bisherige Chefredakteur Gabor Steingart wird dann Geschäftsführer. In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift “Wirtschaftsjournalist” erinnert der Fotograf Hartmut S. Bühler unter der wunderbaren Überschrift “Jay Jay und der Popper” an die gemeinsame Vergangenheit der beiden journalistischen Alpha-Tiere beim Medienmagazin Copy. Jakobs wurde damals wie heute von einigen wegen seines Kürzels “jj” Jay Jay genannt. Steingart war “der strebsame Post-Popper”. Im Artikel kommt Steingart zwar fachlich prima weg (“Er besaß einen scharfen Verstand, gepaart mit sehr viel Wissen, einer guten Schreibe und einem ausgeprägten Selbstbewusstsein.”). Es heißt über ihn aber auch: “Beliebt allerdings war Steingart nicht. Er fiel durch ungeschliffen-ungestüme Umgangsformen auf. Eine Zusammenarbeit mit ihm war durch Überheblichkeit und Gutsherrenmentalität nach dem Motto ‘Mach mal’ geprägt.” Jakobs werden dagegen im “Wirtschaftsjournalisten bessere “Kopfnoten” ausgestellt. Dessen Führungsstil sei von “großer Fairness und freundschaftlicher Kollegialität” geprägt gewesen. Weiter vorne im Blatt wird “Jay Jay” aber wiederum attestiert, ein “Chaotiker” zu sein. Den idealen Chef muss man sich wohl erst noch backen.

Kaum ist das neue Jahr angebrochen, gibt es auch schon wieder Neues vom Konstantin Neven DuMont. Der Verleger-Sohn und leidenschaftliche Social-Media-Nutzer hat den VDI Nachrichten online eines seiner seltenen (kleiner Witz) Interviews gewährt. Darin erfahren wir u.a., dass sein Nachhaltigkeitsportal Evidero.de wirtschaftlich noch nicht so richtig nachhaltig läuft: “Was die Monetarisierung angeht, ist das Konzept nicht aufgegangen.” Rund 300.000 Visits würden monatlich benötigt, damit sich das Portal refinanziere. Das sind doch machbare Ziele. Aber selbst davon sei Evidero.de noch “weit entfernt”. Ansonsten setzt der junge DuMont auf solidere Geschäfte als das wackelige Medien-Business: “Unabhängig davon werden meine Einnahmen im Immobilienbereich immer wichtiger für mich. Ich entwickle, baue und vermiete Häuser in zukunftsfähigen Lagen. Diese Arbeit macht mir viel Freude.”

Bei RTL ist diese Woche die neue Staffel der Rosenkavaliers-Schmonzette “Der Bachelor” gestartet. Dank Twitter bekamen wir einen kleinen Einblick, wie die Produktionsfirma die Kandidaten für die Reihe castet: via Social Media! Ein Nutzer dokumentierte eine schriftliche Anfrage der TV-Produktionsfirma ITV Germany über das Social Network Xing. Der so umworbene Beinahe-Bachelor hatte aber nur begrenztes Interesse schrieb den TV-Machern zurück: “Es ist natürlich eine große Verlockung, 25 verzweifelte Frauen kennenzulernen, die für etwas Trinkgeld und Sendezeit bereit sind, so ziemlich alles zu tun. (…) Dauerhafter Ruhm, Ehre und öffentliche Wertschätzung gehen gehen mit der Mattscheibenpräsenz als Castingteilnehmer auf RTL ja quasi Hand in Hand.” Es ist fürs Fernsehen dann doch ein anderer “Bachelor” geworden.

Schönes Wochenende!

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige