Sky ist die Medienaktie des Jahres 2012

Das Börsenjahr 2012 ist Geschichte. Für deutsche Medienaktien verliefen die vergangenen zwölf Monate gemischt. Axel Springer fiel zwar mit selbstbewussten Tönen zur Konzernentwicklung auf, blieb an der Börse aber einiges schuldig – Aktionäre verloren in den vergangenen zwölf Monaten sogar Geld. Viel zu verdienen war dagegen mit zwei TV-Gesellschaften aus München. Während ProSiebenSat.1 vom Verkauf seiner TV-Töchter profitierte, krönte Sky seine Turnaround-Story mit einem traumhaften Plus von 194 Prozent.

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Das Börsenjahr 2012 ist Geschichte. Für deutsche Medienaktien verliefen die vergangenen zwölf Monate gemischt. Axel Springer fiel zwar mit selbstbewussten Tönen zur Konzernentwicklung auf, blieb an der Börse aber einiges schuldig – Aktionäre verloren in den vergangenen zwölf Monaten sogar Geld. Viel zu verdienen war dagegen mit zwei TV-Gesellschaften aus München. Während ProSiebenSat.1 vom Verkauf seiner TV-Töchter profitierte, krönte Sky seine Turnaround-Story mit einem traumhaften Plus von 194 Prozent.

5. Axel Springer: – 3 Prozent

Es war ein ereignisreiches Jahr für Europas größten Zeitungsverlag. Die Einführung des Freemium-Modells bei Welt Online wurde kurz vor dem Jahreswechsel verkündet, Groß-Übernahmen fast im Monatsrhythmus getätigt. Im August sicherte sich der MDax-Konzern MeineStadt.de für kolportierte 50 Millionen Euro; 75 Prozent am polnischen Internetportal Onet.pl gingen für 217 Millionen Euro im Joint Venture mit Ringier im Juni an Springer, während zwei Monate zuvor die führende britische Jobbörse Totaljobs von Europas größtem Zeitungsverlag für 132 Millionen Euro übernommen wurde.

Gar als "Wendepunkt in der Struktur des Unternehmens" feierte Vorstandschef Mathias Döpfner die fortschreitende Digitalstrategie des Konzerns, nach der Europas größter Zeitungsverlag inzwischen mehr Umsätze mit Online- als mit Printwerbung vorweisen konnte.     

"Wenn wir uns mit den börsennotierten europäischen Online-Unternehmen vergleichen, sind wir mit unseren Erlösen aus dem digitalen Geschäft mittlerweile auf den zweiten Platz vorgerückt, in der Kategorie der Medienunternehmen liegen wir bereits auf dem ersten Platz", erklärte Döpfner bereits im Frühjahr.

Ärgerlich nur Aktionäre: Bei ihnen blieb trotz der selbstbewussten Töne aus Berlin rein gar nichts hängen. Schlimmer noch: Springer-Anteilseigner zahlten 2012 sogar drauf! Mit einem Minus von drei Prozent ging die Springer-Aktie 2012 aus dem Handel – angesichts des Kursplus von 34 Prozent im Vergleichsindex MDax eine sehr enttäuschende Bilanz. An der Börse wird Springer damit immer mehr zum Rohrkrepierer: Bereits 2011 haben die Berliner mit einem Minus von 19 Prozent ihren Anteilseignern Verluste beschert.    

4. Xing: + – 0 Prozent

Auch nicht wirklich zufriedener dürften Besitzer von Xing-Aktien sein. Das Jahresendergebnis gleicht dem Jahresstart. Die unveränderte Bilanz überrascht,  kam aus München im vierten Quartal doch eine nicht unattraktive Übernahmeofferte von Burda, die die Xing-Aktie zweistellig nach oben katapultierte.

Über weite Strecken des Jahres hatte der enttäuschende Börsengang von Facebook die Xing-Aktie in Sippenhaft genommen. Nachdem Burda im Dezember die Übernahme der Mehrheit an Xing verkünden konnte, war die Luft aus der ersten Web 2.0-Aktie der Welt heraus.

3. Tomorrow Focus: +12 Prozent

Immerhin ein zweistelliges Plus konnte die Tomorrow Focus AG ihren Aktionären präsentieren. Allerdings bleiben die Münchner damit weiter deutlich unter dem Vorjahreshoch bei über 5 Euro.

Obwohl die Münchner zumindest beim Umsatz solide wachsen, ist die Aktie seit über einem Jahrzehnt in einer engen Trading-Range zwischen zwei und fünf Euro gefangen. Der Aktienverkauf des Aufsichtsratschefs Paul-Bernhard Kallen im Wert von immerhin 1,8 Millionen Euro – also etwa 2 Prozent des Börsenwertes des Unternehmens – erscheint da nicht gerade besonders hilfreich.  

2. ProSiebenSat.1: +51 Prozent

Die Comeback-Story geht weiter: 2009 und 2010 konnte ProSiebenSat.1 die wohl wundersamste Wiederauferstehung der jüngeren deutschen Börsengeschichte feiern – vom Pennystock zog P7S1 auf knapp 25 Euro an. Dort stand das Papier nach einer furiosen Aufholjagd dieses Jahr auch fast wieder, nachdem 2011 noch ein happiges Minus von 37 Prozent verbucht wurde.

Das Wachstum fällt weiter zweistellig aus, während der Verkauf der TV-Töchter aus den Benelux-Staaten und Skandinavien mit Erlösen von 2,3 Milliarden Euro endlich für eine deutliche Entschuldung sorgten. 2013 würde P7S1 nun am liebsten ein neues Kapitel der Konzerngeschichte aufschlagen und sich von den Mehrheitseignern Permira und KKR freikaufen.

1. Sky: 194 Prozent

Der Turnaround-Traum lebt wieder: Bei gerade mal 1,41 Euro startete der Münchner Pay-TV-Sender ins Jahr – 12 Monate später blieb das Papier bei 4,14 Euro stehen. Das enorme Kursplus seit Januar ist damit auf 194 Prozent angeschwollen: Kein Medienwert und auch keine andere Aktie im Nebenwerte-Index MDax, in dem Sky gelistet ist, performte 2012 besser.

Der lange Zeit chronisch defizitäre Pay-TV-Anbieter brannte 2012 ein wahres Feuerwerk an guten Nachrichten ab: Im April konnte sich Sky die TV-Rechte an den der Bundesliga für vier weitere Jahre sichern und die Telekom, die sogar ihre Internet-TV-Rechte verlor, alt aussehen lassen.

Im zweiten Halbjahr konnte der Bezahlfernsehsender, an dem Medientycoon Rupert Murdoch mehrheitlich beteiligt ist, sogar operativ schwarze Zahlen verkünden. Banken nahmen eine Neubewertung vor und stuften die Aktie reihenweise hoch. Als Belohnung für Skys großes Comebackjahr wurde der Vertrag von CEO Brian Sullivan verlängert.

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