Die Dumping-Abwicklung der Prinz-Redaktion

Publishing Mitte November kam das Aus für die monatliche Szene-Zeitschrift Prinz. Betroffen von der Einstellung des Magazins sind rund 60 Mitarbeiter, die sich nun einen neuen Job suchen müssen. Doch entgegen den ursprünglichen Ankündigungen des Jahreszeiten Verlags können Betroffene offenbar nur mit Mini-Abfindungen rechnen. Angeblich bietet der Jalag lediglich 0,2 Gehälter pro Beschäftigungsjahr. Der Deutsche Journalisten-Verband Hamburg (DJV) kritisiert dies als "unverantwortlich".

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Rückblende: Am 13. November hatte Prinz-Verlagsleiter Michael Silvio Kusche noch erklärt: "Wir werden nun in einen intensiven Austausch mit den Betriebsräten eintreten und alles tun, um für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gemeinsam sozial ausgewogene Lösungen zu finden."
Was das beim seit längerem im Publikumszeitschriften-Bereich eher glücklosen Jahreszeiten Verlag heißt, sieht laut DJV so aus: In den laufenden Sozialplan-Verhandlungen biete das Medienhaus (Für Sie, Petra, Merian) aktuell umgerechnet ca. 0,2 Gehältern pro Beschäftigungsjahr. Dies würde, rechnet der Verband vor, nach den Vorstellungen des Jahreszeiten Verlages für Beschäftigte mit einer Betriebszugehörigkeit von bis zu fünf Jahren eine (voll zu versteuernde) Abfindung in Höhe von brutto 2.500 Euro bedeuten.
"Wer so etwas im Rahmen einer Massenentlassung anbietet, wird seiner sozialen Verantwortung nicht gerecht", so die DJV-Landesvorsitzende Marina Friedt. "Dies ist kein Sozialplan, dies ist ein Tiefpunkt und schlicht unsozial." Der Verlag hatte die Einstellung der Printausgabe von Prinz im November 2012 bekannt gegeben. Das Stadtmagazin soll künftig nur noch online oder mit Schwerpunktheften (Prinz Top Guide) erscheinen.

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