Unister: Kritik an mangelndem Datenschutz

Publishing Es gibt neue Vorwürfe gegen den Reiseportalbetreiber Unister: Wegen diverser Sicherheitslücken sollen Kunden geschädigt worden sein, berichten die Computer Bild und der MDR. 400.000 Nutzer seien davon betroffen. Demnach seien die hinterlegten Daten nicht ausreichend gesichert worden. Dadurch sei ein Schaden von rund einer Million US-Dollar (758.000 Euro) entstanden. Der Konzern sieht seine System auf dem neuesten Stand der Technik. Datenschützer haben ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

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Seit Februar 2012 sei das Sicherheitskonzept nach dem Payment Card Industry Data Security Standard (PCI DSS) zertifiziert, nimmt Unister zu den Vorwürfen Stellung. In den vergangenen 18 Monaten hätte man zwei Millionen Euro in den Ausbau der Sicherheitssysteme investiert. Durch die Summe der Maßnahmen sei Unister zu einem Vorreiter in Sachen Datenschutz im Internet geworden.

Doch fest steht auch: Als Folge der Sicherheitslücke im Bezahlsystem musste Unister laut Medienberichten umgerechnet rund 140.000 Euro Straf- und Wiedergutmachungszahlungen an Visa und Mastercard zahlen. Wie die Computerbild berichtet, seien sensible Kreditkartendaten von schlecht gesicherten Servern in die Hände von Betrügern gelangt. Beide Konzerne hätten demnach massiven Druck auf Unister ausgeübt, die Sicherheitsrichtlinien für Kreditkarten auch einzuhalten.

Der sächsische Datenschutzbeauftragte Andreas Schneider erklärt derweil, das Unternehmen habe für eine wirksame Datenschutzkontrolle bislang "keine qualifizierten Unterlagen vorlegen können". Laut MDR-Informationen waren Unister Probleme mt dem Kreditkartensystem bereits 2009 bekannt. Auch noch Ende 2011 sei in internen Protokollen von einem Missbrauchsrisiko bei Kreditkartendaten gesprochen worden, dessen Bearbeitung noch "offen" sei.  Schneider hätte in Folge der neuen Informationen ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. 

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