Veranstalter Tui distanziert sich von Unister

Publishing Die Unister-Portale verlieren einen großen Reiseveranstalter: Tui Deutschland kündigt fristlos die Zusammenarbeit mit dem Leipziger Unternehmen und will seine Reisen fortan nicht mehr über ab-in-den-urlaub.de und fluege.de verkaufen. "Wir verzichten definitiv auf eine ganze Menge Umsatz, um nicht in diesen Sumpf hineinzugeraten", erklärt das Unternehmen. Unister wiegelt ab und erklärt, der Tui-Anteil liege im “einstelligen Prozentbereich”. Angeblich hat Tui nicht das erste Mal Ärger mit dem Portalbetreiber.

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So hätte Unister gegen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Tui verstoßen, wie das Handelsblatt berichtet. Demnach hätte das Unternehmen bei Reisebuchungen 100 Prozent des Reisepreises kassiert. Tui sieht aber zunächst nur 25 Prozent vor. Allerdings hätte der Portalbetreiber dann auch nur 25 Prozent an Tui weitergereicht.

„Wir sind Qualitäts- und Marktführer. Eine Zusammenarbeit mit einem Vermittler, der im Verdacht der massiven Steuerhinterziehung und auch der Datenschutzverletzung steht, kommt für uns nicht infrage“, erklärte Tui-Sprecher Mario Köpers. Unister-Sprecher Konstantin Korosides erklärte hingegen, dass die Branche seit längerem darüber spekuliert, “ob die Tui aus strategischen Gründen die Zusammenarbeit mit Online-Fremdportalen beenden möchte.” Unister arbeite mit über 100 Reiseveranstaltern und Leistungsträgern zusammen. “Deshalb werden wir hier entsprechende Alternativangebote problemlos dem Endkunden zur Verfügung stellen können“, so Korosides weiter.  Tui erklärte am Dienstag, dass man auch weiterhin mit anderen Portalen zusammenarbeiten wird.

Die sächsische Generalstaatsanwaltschaft ermittelt derzeit gegen Unister. Im Zentrum der Ermittlungen der Oberstaatsanwaltschaft Dresden stehen laut‘> Reiserücktrittversicherungen, die Unister über Portale wie ab-in-den-urlaub.de, reisen.de und fluege.de vertrieben hätte – ohne die Genehmigung des Bundesaufsichtsamts für Versicherungswesen.

Das Verfahren sei nach einer anonymen Anzeige eingeleitet worden, die Anfang Oktober eingegangen war. Dem sei man nachgegangen, heißt es in der LVZ weiter. Im Laufe der Ermittlungen hatte sich dann der Verdacht auf Steuerhinterziehung und “unbefugter Geschäftstätigkeit nach dem Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG)” bestätigt. Bei einer Großrazzia in den Leipziger Geschäftsräumen von Unister waren Computer und Akten beschlagnahmt worden.

Mehrere Top-Manager von Unister saßen in der Folge in Untersuchungshaft. Laut Bild gehörte auch der Unternehmensgründer Thomas Wagner dazu. Wie das Blatt berichtet, sei er mittlerweile entlassen worden.

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