Instagram rudert nach Protesten zurück

Publishing Das ging schnell: „Wir haben keine Absicht, Ihre Fotos zu verkaufen“, erklärte der Instagram-Gründer Kevin Systrom am Dienstagabend. Es sei ein Missverständnis gewesen. Dem vorangegangen war ein weltweiter Sturm der Entrüstung über die Änderungen in den Nutzungsbedingungen des Bildernetzwerks. Darin nahm sich das Unternehmen das Recht heraus, die Bilder der Nutzer ohne Einwilligung und Entschädigung an Werbekunden weiterzugeben.

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Die Facebook-Tochter will die Nutzungsbedingungen nun rasch wieder ändern.
Systrom, der vor wenigen Monaten Instagram für rund eine Milliarde Dollar an Facebook verkauft hatte, ist sichtlich bemüht um eine Richtigstellung. So sei es nie die Absicht von Instagram gewesen, Bilder seiner Nutzer für Werbeanzeigen zu verkaufen. In einem Blogeintrag präzisiert der 28-Jährige: "Wir haben keine solchen Pläne und werden aus diesem Grund die Formulierung entfernen, die diese Frage aufkommen ließ."

In‘> erkärte Instagram zunächst, gewonnene Daten aus Bilder-Uploads mit Facebook zu teilen. Dies gallt nur für Aufnahmen, die nach dem 16. Januar 2013 gemacht werden. Für mehr Aufruhr in der Web-Gemeinde sorgte allerdings der Passus, in dem sich das Unternehmen sich das Recht einräumt, Aufnahmen von Nutzern weiterzuverkaufen.
 
Im Wortlaut formuliert es das Netzwerk momentan noch so: “Einige oder alle unserer Dienste könnten mit Werbung unterstützt sein. Um uns zu helfen, interessante bezahlte oder gesponserte Inhalte auszuliefern, stimmst Du damit überein, dass Unternehmen uns dafür bezahlen, Deinen Nutzernamen, Deine Vorlieben, Deine Bilder (sowie die Meta-Daten) und andere Aktionen anzuzeigen (…) ohne Vergütung für Dich.”

Damit habe man lediglich erklären wollen, dass Nutzer in Zukunft etwa sehen könnten, welchen Unternehmen befreundete Nutzer auf Instagram folgen würden, erklärt Systrom nun. Einen ähnlichen Modus können Firmen bei Facebook mit den sogenannten "Sponsored Stories" nutzen. “In diesem Fall könnten einige Nutzerdaten – etwa die Tatsache, dass man einer Firma auf Instagram folgt – sowie ein Foto des Nutzers auftauchen”, so der Instagram-CEO. Man denke dabei an eine Zukunft, in der sowohl Nutzer als auch Firmen die Möglichkeit haben, ihre Bilder und promoten und das Engagement zu erhöhen. Ferner beanspruche man kein Urheberrecht an den Fotos seiner Nutzer. Bilder, die man privat mit anderen geteilt hat, bleiben auch weiterhin privat.

Damit zieht das Unternehmen nach nur einem Tag die Notbremse. Viele Nutzer hatten mit dem Inkrafttreten der neuen Nutzungsbedingungen angekündigt, ihr Benutzerkonto bei Instagram zu löschen. Die Wired gab in ihrer Onlineausgabe sogar schon Tipps, wie man seine Bilder sichern und etwa beim Konkurrenten Flickr hochladen kann. Wann die neuen Nutzungsbedingungen gelten, ließ Systrom noch offen. Allerdings weist der Instagram-Gründer daraufhin, dass wie auch bei der ersten geänderten Fassung der Nutzungsbedingungen eine Kulanzzeit von 30 Tagen besteht, bevor sie in Kraft treten.

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