Analyse: der typische FAZ.net-Leser

Publishing Seriöse Informationen, Wirtschaftskompetenz, ein traditionsreiches Feuilleton - das wären wohl einige Schlagworte, wenn man die Leser der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zu ihrem Blatt befragen würde. Doch wie sieht es beim Internet-Ableger der Zeitung aus: Welche Inhalte sind die populärsten und wie sieht die Leserschaft der Online-FAZ im Bezug auf Alter, Bildung, Einkommen, etc. aus? Im achten Teil unserer Analyse-Serie über deutsche News-Websites beantworten wir diese und weitere Fragen.

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26,5 Mio. Visits erreichte die Frankfurter Allgemeine Zeitung im November laut IVW im Internet, außerdem 183,1 Mio. Page Impressions. Die AGOF errechnete für den durchschnittlichen Monat von Juli bis September 3,62 Mio. Unique User. Diese im Markt anerkannten Zahlen der IVW und AGOF sind Grundlage unserer Betrachtungen – wie schon in den bisherigen sieben Folgen, die wir unter diesem Artikel verlinkt haben.

Die IVW-Daten liefern erste Hinweise über die FAZ.net-Leserschaft. So erreichte die Homepage im November 28,4 Mio. der 124,1 Mio. redaktionellen Seitenabrufe und damit mehr als die einzelnen von der IVW veröffentlichten Themen-Rubriken. Ein klares Indiz dafür, dass die FAZ treue Leser im Netz besitzt. Interessant: Nebenden 124,1 Mio. redaktionellen Page Impressions sammelte FAZ.net heftige 57,4 Mio. mit Spielen ein – so viele wie kein anderes großes Nachrichten-Angebot.

Die aktuellen AGOF-Daten bestätigen die Stärke der Homepage. Zwar wurden für die Monate Juli bis September aus technischen Gründen keine korrekten Homepage-Nutzer-Zahlen ermittelt, doch in den Oktober-Daten, die am Donnerstag veröffentlicht werden, ist die Homepage die stärkste Belegungseinheit der FAZ – mit klarem Vorsprung vor den Ressorts. Schaut man auf die bereits veröffentlichten Durchschnitts-Zahlen der Monate Juli bis September, so ist das Politik-Ressort das stärkste der FAZ: 1,09 Mio. Unique User erreichte die Website hier. Dahinter folgt mit 730.000 das Feuilleton vor der Wirtschaft mit 460.000. Buntere Themen aus der Gesellschaft spielen mit 440.000 keine so große Rolle. Das Bild, das die Allgemeinheit also von der Print-FAZ hat, trifft auch auf die Online-FAZ zu: Starkes Feuilleton, Wirtschafts-Kompetenz, seriöse Informationen. Interessant: Im Gegensatz zur Süddeutschen Zeitung ist die FAZ im Internet nicht so regional verwurzelt: Nur 230.000 der 3,62 Mio. Unique User besuchten das Ressort Rhein-Main.

Kommen wir nach den Inhalten zu den Lesern selbst. Wie sehen sie aus die FAZ.net-Leser? Das Auffälligste: Von den acht großen Nachrichten-Websites ist die FAZ die mit dem männlichsten Publikum. 63,3% der Unique User sind Männer, nur 36,7% Frauen. Hier spielt sicher die Wirtschaftskompetenz eine Rolle, Medien mit noch größeren Schwerpunkt auf die Themen Wirtschaft und Finanzen wie das Handelsblatt oder das manager magazin kommen sogar auf mehr als 70% Männer.

Die FAZ ist zudem überdurchschnittlich erfolgreich bei den Älteren: 24,8% der FAZ.net-Leser sind 50 oder älter – auch das ist ein Spitzenwert innerhalb der Top 8. Am schwächsten ist die FAZ hingegen bei den 14- bis 19-Jährigen, relativ schwach zudem bei den 30- bis 39-Jährigen, mittelmäßig bei den 20- bis 29-Jährigen und 40- bis 49-Jährigen. Sehr eindeutig sehen auch die Zahlen beim Thema Bildung aus. Kurz gefasst: Die FAZ hat das am besten gebildete Publikum von allen acht großen News-Websites. 53,8% der FAZ.net-Leser haben mindestens Abitur – mehr als bei den beiden Verfolgern Zeit (52,2%) und Spiegel (50,0%).

Den Spitzenplatz nimmt FAZ.net auch bei den Berufstätigen ein: 67,7% der Leser arbeiten – auch da kommt keiner der anderen sieben Mitbewerber heran. Eher schwach ist die FAZ hingegen entsprechend der Altersstruktur bei den Schülern, Studenten und anderen Menschen in Ausbildung: Hier erreicht man mit 18,2% den geringsten Anteil unter den großen 8. Und noch ein Topwert: 40,5% der FAZ.net-Leser verfügen über ein Haushaltsnettoeinkommen von 3.000 Euro und mehr.

Das wie immer etwas plakative Fazit lautet also: Der FAZ.net-Leser ist männlich, oft über 50 Jahre alt, er ist extrem gut bebildet, verdient mit seiner Arbeit sehr gutes Geld. Er hat die FAZ als Bookmark gespeichert und besucht die Homepage des Angebots regelmäßig, dort interessiert er sich vor allem für Politik, das Feuilleton und die Wirtschaft. Bunte Themen sind ihm relativ egal.

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