Dapd soll an „Eigenständigkeit“ arbeiten

Publishing Ulrich Ende will die angeschlagene Nachrichtenagentur dapd mit mehr selbst recherchierten Geschichten am Markt positionieren. Dem Spiegel sagte der neue Investor: "Ich glaube dapd hat viel Substanz". Die Agentur müsse jedoch an ihrer "journalistischen Eigenständigkeit arbeiten". Ende will mit einer Investorengruppe, deren Mitglieder er namentlich bisher nicht offengelegt hat, die Agentur flottmachen. Eine Beteiligung der bisherigen Investoren Löw und Vorderwülbecke bestreitet Ende: "Ich bin kein Strohmann."

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Ende kritisierte gegenüber dem Spiegel Management-Fehler: Die Agentur sei "wirtschaftlich unsinnig" in kurzer Zeit von 130 auf 300 Mitarbeiter "aufgebläht" worden. Den dapd-Beziehern will Ende auch nach dem Stopp der Kooperation mit AP ein Angebot unterbreiten, "das dem AP-Angebot in nichts nachsteht". Wo es ein solch vergleichbares Angebot geben kann und soll – unklar. Das Versprechen Endes gilt vermutlich in erster Linie der Beruhigung der Kunden. Doch auch die dürften wissen, dass AP kaum zu ersetzen sein wird.

In den kommenden Wochen und Monaten gelte es auch zu beobachten, so Ende, ob der Name dapd durch die Insolvenz zu stark beschädigt sei, um am Markt zu bestehen. Sollte dies der Fall sein, komme eine Namensänderung in Frage. Noch ist Ende aber nicht neuer Eigentümer von dapd. Die Übernahme des Betriebsvermögens ist erklärtes Ziel, aber noch nicht vollzogen. Auf die Frage, wer seine Co-Investoren seien, hatte Ende bei der Betriebsversammlung am Freitag gesagt, dies seien "ehrbare Geschäftsleute". 
Ulrich Ende wurde am Freitag überraschend als gesetzter Investor der Agentur präsentiert. Schnell wurde auch über Endes Verbindungen zu den bisherigen dapd-Eignern Martin Vorderwülbecke und Peter Löw berichtet. Ende hatte 2010 im Auftrag der beiden versucht, den TV-Sender N24 zu kaufen. Er war Vorstand der  ddp TV AG, die heute unter dapd news wire services AG firmiert. Im März 2011 schied Ende bei dem Unternehmen aus.

Auf MEEDIA-Anfrage sagte Insolvenzverwalter Christian Köhler-Ma am vergangenen Freitag: "Peter Löw und Martin Vorderwülbecke sind definitiv draußen und haben mit den neuen Investoren nichts zu tun." Im Spiegel betont nun auch Ende die Eigenständigkeit seiner Investition: Die beiden bisherigen Investoren stünden nicht als versteckte Geldgeber hinter ihm: "Ich bin kein Strohmann. Beide dürften überrascht sein." 

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