Analyse: der typische stern.de-Nutzer

Publishing Die Leserschaft des Print-sterns ist eher weiblich, überdurchschnittlich oft zwischen 30 und 59 Jahre alt und meist berufstätig. Doch wie sieht es bei den Nutzern des Online-Ablegers stern.de aus? Entspricht das Print-Profil in etwa dem Netz-Profil? Im siebten Teil unserer Analyse-Serie über die großen deutschen News-Websites beantworten wir diese Frage. Und zeigen, mit welchen Inhalten stern.de am erfolgreichsten ist - und mit welchen eher nicht. Die Erkenntnisse sind durchaus spannend.

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stern.de erzielte im November laut IVW 23,3 Mio. Visits und 138,0 Mio. Page Impressions. Im Durchschnitts-Monat zwischen Juli und September erreichte das Angebot lauf AGOF 5,51 Mio. Unique User, also unterschiedliche Besucher. Diese im Markt anerkannten Zahlen der IVW und AGOF sind die Grundlage unserer Betrachtungen. Die Links zu den Teilen 1 bis 6 unserer Serie, in der wie die Leserschaften von Spiegel Online, Bild.de, Zeit Online, Süddeutsche.de, der Welt und Focus Online analysierten, finden Sie unter diesem Artikel.

Die Page Impressions von stern.de liefern erste Indizien dafür, wie stern.de auf seinen Traffic kommt. Die Homepage ist mit 17,1 Mio. PIs im Gegensatz zu Konkurrenten wie Bild.de und Spiegel Online nicht die stärkste IVW-Rubrik. Mehr Seitenabrufe wurden im November mit den Rubriken Entertainment und Lifestyle (24,9 Mio.), sowie Computer, Telekommunikation und Consumer Electronics (24,1 Mio.) erzielt. Ziemlich stark ist stern.de auch bei, User-generated Content: 17,9 Mio. PIs erreichte man hier im November – wohl hauptsächlich wegen der View-Fotocommunity.

Genauere Zahlen über die inhaltlichen Vorlieben der stern.de-Nutzer liefern die AGOF-Daten. Und auch hier ist die Homepage nicht die erfolgreichste Rubrik. 870.000 Unique User besuchen sie pro Monat, drei Ressorts erreichen ein größeres Publikum. Wenn also nur ein so kleiner Teil der stern.de-Nutzer über die Homepage kommt, liegt die Vermutung nahe, dass die Website viel Traffic über Google erzielt.

Das stärkste Ressort von stern.de ist wie bei Spiegel, Focus und Welt das Panorama: 1,45 Mio. Leute besuchen pro Monat mindestens einen Artikel des Ressorts. Dahinter folgen nicht etwa Politik oder Sport, die traditionell bei News-Websites starken Themen, sondern Kultur (1,10 Mio.) und Lifestyle (1,08 Mio.). Das inhaltliche Image des Print-sterns, der meist mit weicheren Themen punktet, hat sich also in etwa auf das Online-Beiboot übertragen. Die Politik folgt mit 850.000 Nutzern auf Platz 4 der Ressorts, der Sport mit 660.000 nur auf Rang 6. Relativ stark ist der stern hingegen beim Thema Digital, das 690.000 Unique User erreicht.

Kommen wir zu dem stern.de-Leser: Entspricht er in etwa dem Print-stern-Leser? Erste Auffälligkeit: Die stern.de-Nutzerschaft ist tatsächlich relativ weiblich. Zwar sind die Männer mit 55,7% zu 44,3% auch hier – wie bei allen anderen großen News-Websites – in der Mehrheit, allerdings ist das Verhältnis so ausgewogen wie bei keinem anderen der großen acht Nachrichten-Angebote. Der stern.de-Leser ist außerdem recht jung. 12,1% der Nutzer sind 14 bis 19 Jahre alt, 24,9% zwischen 20 und 29 und 20,5% zwischen 30 und 39. Nur Süddeutsche.de und Zeit Online haben mehr Unter-40-Jährige unter ihren Lesern als stern.de. Schwach ist das Angebot hingegen vor allem bei den Über-60-Jährigen.

Bei der Bildung landet stern.de in etwa im Mittelmaß der großen Acht: 47,8% der stern.de-Leser haben mindestens Abitur – weniger als bei FAZ, Zeit, Spiegel und Süddeutsche, aber mehr als bei Welt, Focus und Bild. Entsprechend der Altersstruktur ist stern.de auch bei den Menschen, die sich noch in Ausbildung befinden, also auch Schüler und Studenten, recht stark. Auch hier verzeichnen nur Zeit und Südddeutsche bessere Werte. Allerdings: Auch bei den Rentnern und Arbeitslosen liegt man recht weit vorn. Die Einkommensstruktur der stern.de-Leser entspricht fast komplett denen von Konkurrenten wie Focus, Süddeutsche und Welt, 37,2% der stern.de-Leser verfügen über ein Haushaltsnettoeinkommen von mindestens 3.000 Euro.

Das etwas plakative Fazit: Der stern.de-Leser ist weiblicher als der aller sieben großen Konkurrenten, er ist unter 40 Jahre alt, insgesamt gut, aber im Vergleich zur Konkurrenz nur mittelmäßig gebildet und meist mit gutem Geld ausgestattet. Er kommt wie die Nutzer von Welt und Focus oft über Suchmaschinen auf die Website, interessiert sich dort vor allem für Boulevard-Inhalte, überdurchschnittlich stark aber auch für Kultur, Lifestyle und Digitales. Politik, Wirtschaft und Sport sind hingegen nicht sein Ding.

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