Ulrich Ende übernimmt Agentur dapd

Publishing Die zahlungsunfähige Nachrichtenagentur dapd hat Investoren gefunden. Am Freitagnachmittag stellte Sachwalter Christian Köhler-Ma als neuen Besitzer den Medienmanager Ulrich Ende vor. Ende war einst Geschäftsführer des Nachrichtensenders N24. Es ist nicht sein erster Anlauf, ein Medienunternehmen zu kaufen, im Visier hatte er N24 und Das Vierte. N24 sollte der Manager im Auftrag der bisherigen dapd-Investoren Löw und Vorderwülbecke kaufen - ein Zufall?

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Eine nicht näher benannte Investorengruppe um den Medienmanager Ende wolle in der kommenden Woche einen siebenstelligen Betrag als neues Eigenkapital zur Verfügung stellen, teilte die Kanzlei von Insolvenzverwalter Christian Köhler-Ma mit. Der hat die Übernahme verhandelt und "in Grundzügen erfolgreich" abgeschlossen. So heißt es offiziell. In den nächsten Wochen solle die Vereinbarung "konkret" umgesetzt werden. Von Geschäftsführer Wolf von der Fecht, der ebenfalls mit Investoren verhandelt hat, ist in der Mitteilung nichts zu lesen.

Köhler-Ma sagt: "Die Vereinbarung mit Ulrich Ende bietet gute Chancen für den Erhalt der bestehenden Arbeitsplätze bei der Nachrichtenagenturgruppe." "Größere Personalanpassungen" seien nicht notwendig. Am Freitag nachmittag wurden die Mitarbeiter der Agentur informiert. Laut einem Restrukturierungsplan, den Geschäftsführer Fecht mit einem Team entwarf, werden künftig etwa 200 Redakteure für die Agentur arbeiten, 98 Stellen wurden abgebaut.

Einen Beigeschmack hat die freudige Nachricht auch. Denn Ulrich Ende kennt die bisherigen dapd-Eigentümer Peter Löw und Martin Vorderwülbecke aus einem früheren Job. 2010 sollte Ende als Vorstand der ddp TV AG für die Finanzinvestoren den Nachrichtensender N24 kaufen (hier ein Artikel vom Tagesspiegel zum Thema). Auch Insolvenzverwalter Christian Köhler-Ma hat eine Verbindung zur dapd-Vorgängeragentur ddp – er war dort 2004 Insolvenzverwalter. Als Investoren präsentierte er damals die Arques Industries AG. Der Gründer dieses Finanzinvestors hieß: Peter Löw. Der neue ddp-Geschäftsführer hieß Ende 2004: Martin Vorderwülbecke. 

Auf MEEDIA-Anfrage sagt Insolvenzverwalter Christian Köhler-Ma: "Peter Löw und Martin Vorderwülbecke sind definitiv draußen und haben mit den neuen Investoren nichts zu tun." Es handele ich auch nicht um einen Anteilsverkauf durch die bisherigen Eigentümer, sondern um einen Verkauf des Betriebsvermögens. Die Einigung mit der Investorengruppe um Ulrich Ende sei substantiell, so dass bald erste Kundengespräche aufgenommen werden könnten. 

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