Wird iTV Apples größter Hit?

Die Spekulationen zum Apple-Fernseher überschlagen sich: Nächstes Jahr wird er wohl kommen, sind sich Analysten sicher. Doch welches Potenzial besitzt das nächste "One more Thing"? Nicht weniger als den größten Produktlaunch aller Zeiten, legt sich der Vermögensverwalter Eric Jackson fest. Sage und schreibe 156 Millionen Geräte könnte Apple schon im ersten Jahr absetzen, rechnet Jackson in Forbes vor – wenn man Umfrageergebnissen von Morgan Stanley Glauben schenken darf.

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Die Spekulationen zum Apple-Fernseher überschlagen sich: Nächstes Jahr wird er wohl kommen, sind sich Analysten sicher. Doch welches Potenzial besitzt das nächste "One more Thing" für den Weltkonzern Apple eigentlich? Nicht weniger als den größten Produktlaunch aller Zeiten, legt sich der Vermögensverwalter Eric Jackson fest. Sage und schreibe 156 Millionen Geräte könnte Apple schon im ersten Jahr absetzen, rechnet Jackson in Forbes vor – wenn man Umfrageergebnissen von Morgan Stanley Glauben schenken darf.

Die nächste iMania schwillt langsam an: Die Anzeichen für einen Launch des viel antizipierten Apple-Fernsehers verdichten sich. CEO Tim Cook gewährt der Presse süffisante Vorlagen, während renommierte Wirtschaftszeitungen wie das Wall Street Journal Zuliefererquellen zitieren. Es gilt als gesichert: iTV wird kommen – vermutlich gegen Ende 2013, wie Staranalyst Gene Munster voraussagt.

Bleibt vor allem für Apple-Aktionäre die Frage, was sie vom nächsten "one more thing" eigentlich erwarten können: Wie groß wird die wirtschaftliche Bedeutung von iTV?  Die Schätzungen könnten nicht unterschiedlicher sein:  Staranalyst Gene Munster von Piper Jaffrey, der den Apple-Fernseher schon für dieses Jahr vorhergesagt hatte, rechnete ursprünglich im ersten Jahr mit Umsätzen in Höhe von 2,6 Milliarden Dollar.  2013 könnten sie dann auf 5,2 Milliarden und 2014 bereits 7,6 Milliarden Dollar steigen, schätzte der renommierteste Apple-Analyst bereits letztes Jahr. Nun dürften sich die Prognosen zumindest um ein Jahr verschieben.
Morgan Stanley-Studie: "iTV ist eine 13 Milliarden Dollar-Gelegenheit"
Doch für andere Analysten erscheinen diese Schätzungen schon als überholt. iTV hat das Potenzial zu viel mehr, glaubt etwa Morgan Stanley Apple-Analystin Katy Huberty.  Nicht weniger als 13 Millionen Geräte könnte Apple zum Start im nächsten Jahr verkaufen, so Huberty
Dabei stützt sich die renommierte Morgan Stanley-Analystin auf eine Studie, bei der die US-Investmentbank 1568 US-Haushalte befragte. Ergebnis: 11 Prozent der Befragten seien demnach am Kauf eines Apple-Fernsehers "extrem interessiert". Das entspräche 13 Millionen verkauften iTVs, rechnet Huber vor. 
46 Prozent der Befragten wären demnach bereit, mehr als zu 1000 Dollar für den Apple-Fernseher auszugeben, 10 Prozent sogar mehr als 2000 Dollar. Morgan Stanley übersetzt das in einen Durchschnittsverkaufspreis von 1060 Dollar. Ergebnis: Der Launch von iTV ist für Apple "eine 13 Milliarden Dollar-Gelegenheit" (rechnerisch sind es tatsächlich fast 14 Milliarden Dollar.)
Jacksons gewagte Prognose: 156 Millionen verkaufte iTVs
Für den Vermögensverwalter Eric Jackson ist das nicht genug. Nicht im Geringsten: In der Online-Ausgabe von Forbes, in der Jackson regelmäßig schreibt, hat der Fondsmanager eine Musterrechnung aufgestellt, die Hubers  Umfrageergebnisse extrapoliert. 
36 Prozent waren der Umfrage zufolge "etwas interessiert" – Jackson bezieht sie in Berechnungen mit ein. 43 Millionen weitere Käufer kommen für Jackson so hinzu. Und dann hat sich die Morgan Stanley-Umfrage lediglich auf die USA beschränkt.  "Wenn man davon ausgeht, dass Apple aber tatsächlich 64 Prozent der iTVs außerhalb der USA verkauft, kommen wir tatsächlich auf 156 Millionen Geräte", so der Fondsmanager von IronFire Capital. Das entspräche einem Gewinn je Aktie von 54 Dollar – in etwa das, was Apple in der Gesamtheit dieses Jahr verdienen soll.
"iTV wird definitiv schneller 100 Millionen Einheiten verkaufen als das iPad"
In anderen Worten: Das Rechenexempel ist illusorisch, allein schon aus Kapazitätsgründen in der Herstellung. Auf Anfrage bestätigt Jackson die hypothetische Natur seiner Prognose: "Wahrscheinlich sind die Zahlen zu hoch. Ich bin von Katy Hubertys Zahlen ausgegangen und habe sie extrapoliert", erklärt Jackson via Twitter
Allerdings ist Jackson von einem schnellen Erfolg des Apple-Fernsehers überzeugt: "iTV wird definitiv schneller 100 Millionen Einheiten verkaufen als das iPad, das sie wiederum schneller verkaufen wird als das iPhone." Auch um die Größe des Marktes, der logischer mit einem Gerät pro Haushalt kleiner ausfallen wird, macht sich der Vermögensverwalter keine Sorgen: "Der TV-Markt wird 2015 bei 400 Millionen verkauften Geräte liegen – und wird mit der steigenden Mittelschicht in den Schwellenländern wachsen", sieht Jackson Potenzial.
"iTV verhilft Aktie wieder zum Höhenflug"
"Es besteht absolut keine Chance, dass Apple 100 Millionen Fernseher im ersten Jahr verkauft", nordet Rocco Pendola vom Finanzportal  TheStreet.com dagegen Jacksons Schätzungen noch mal ein. "Aber das muss Apple auch gar nicht. Selbst wenn Apple nur die Hälfte – oder weniger – verkauft, dürfte die Aktie wieder zum Höhenflug ansetzen, da dann endlich die Sorgen vertrieben werden, was in der Post-Steve-Jobs-Ära passiert."
Diese und andere Sorgen setzen der Aktie indes aktuell weiter zu: Der iPhone-Hersteller gab gestern wieder leicht nach und liegt unter 540 Dollar weiter 24 Prozent unter den Jahreshochs.

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