Re-Relaunch: heute baut im Web zurück

Publishing Heute anders als Gestern: Das Nachrichtenportal des ZDF hat sich einen Facelift verpasst. "Grund für die Optimierung der Seite waren Wünsche und Kritik von Usern, aber auch manches Design- und Strukturelement der heute-App, die im Januar kommen wird", schreibt Redaktionsleiter Michael Bartsch. Optisch orientiert man sich weiter am Design, dass man sich im Mai verpasst hat. Vom damals vollzogenen optischen Bruch zum gewohnten Layout anderer Nachrichtenseiten rudert man aber leicht zurück.

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Als man im Mai einen Neustart bei heute.de wagte, brachte das ZDF eine Nachrichtenseite auf den Markt, die sich deutlich von anderen unterscheidet: Viel stärker noch als andere Seiten setzte man auf Bilder, beschränkte sich auf eine schlanke Homepage mit nur wenigen Aufmachern. Themen wurden stark zu Mini-Dossiers gebündelt. Statt vieler Unterseiten gab es Aufklappelemente. Kleinteiliges Klicken fiel weg, so dass die Seite auch für Tablets leichter zu bedienen wurde. 
Von diesem Konzept weicht man auch beim aktuellen Relaunch nicht stark ab. Allgemein halten sich die Änderungen in einem überschaubaren Rahmen. Nach dem großen Umbau im Mai kommt nun eher eine kosmetische Korrektur. Auch das ZDF spricht eher von "Optimierungen". Dafür gebe es zwei Gründe: Leserwünsche und Anpassungen für die geplante heute-App.
Die wichtigste Änderung ist wohl, dass Text auf der Startseite wieder mehr Raum bekommt. Statt als Aufklappelement erscheint der Teaser nun neben den Bilder. Die Konsequenz: Die Fotos sind nun wieder kleiner und erscheinen nicht mehr in einem ganz so starken Panorama-Format. Aufklappelemente gibt es nun nur noch im Nachrichtenticker am oberen Bereich der Seite, wo ein Klick auf die Headline auch den Teaser anzeigt.

Screenshot: heute.de zeigt die Teaser nun immer an
Ergänzt wurde zudem eine Videoleiste zwischen Nachrichtenticker und Aufmacher. Hier sollen die „"wichtigsten Informationssendungen des ZDF" zu finden sein, allen voran die "100sec", die 19 Uhr-Ausgabe von "heute" sowie das "heute-journal". An unteren Ende der Seite sind mit Bildern und Headline angeteasert sechs "weitere Themen" zu finden, ganz zum Schluss sind weiterhin die Rubriken auswählbar.
Vor allem die Verkleinerung der Bilder und die ständige Sichtbarkeit der Teaser führen heute.de wieder enger an das Format anderer Nachrichtenseiten heran. Auf Google+ und Facebook wird dies von vielen Nutzern gelobt. Andere bedauern, dass man vom innovativen Design wieder ein Stück weit zurückgerudert ist. 
Für alle, die das alte Layout bevorzugen, bietet heute.de jedoch am Ende der Seite die Möglichkeit an, die Ansicht auf eben jenes zu wechseln. Was gut gedacht ist, birgt jedoch eine Schwäche: Da der Bildausschnitt hier anders ist und nahe liegender Weise das neue Layout der primäre Ausspielkanal ist, wirkt der Bildausschnitt, gelegentlich sogar die Bildwahl im alten Layout nicht immer ganz stimmig.
Der Relaunch ist nur ein Puzzelteil in der Online-Strategie des ZDF. Gespannt sein darf man vor allem auf die angekündigte App der Mainzer. Bereits im Januar soll die iOS-Version erhältlich sein, wie man gleichzeitig zum heute.de-Relaunch bekannt gab. Im Frühjahr soll zudem eine Android-Version folgen. Die nun an heute.de vorgenommenen Änderungen seien auch im Hinblick auf die Einführung der App durchgeführt worden, heißt es.
Heute.de-Redaktionsleiter schreibt in seinem Statement zum Relaunch von Anpassungen an "manches Design- und Strukturelement der heute-App". Nach dem, was man erfährt, wird sich die Applikation recht eng am Browser-Auftritt, wie er nun zu sehen ist, orientieren. Umgesetzt wird die App wie auch die von Verlegern stark kritisierte Tagesschau-App vom zu Tomorrow Focus gehörigen Unternehmen Cellular.

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