Auf 140 Zeichen mit Steinbrück Peer-du

Publishing Der 12.12.12: der Tag, an dem ein Papst und ein Sozi das Social Web eroberten. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück stellte sich heute in einem "Twitterview" den Fragen seiner Follower. Darin schlug er einen Marshallplan für Südeuropa vor und bekannte sich zu Rot-Grün. Er beantwortete aber auch weniger weltbewegende Fragen: Ob er einen Doktortitel holen will oder ob er ein Bier vorbei bringe etwa. Steinbrück verriet zudem, wann man ihn duzen dürfe. Richtig warm wurde er mit Twitter aber nicht.

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Der Papst und Peer Steinbrück beschäftigen heute Twitter mit ihren Beiträgen. Für viele wird dies heißen: Unfehlbar trifft unwählbar. Was beide gemein haben: Sie wollen die Herzen ihrer Follower für sich gewinnen, wenn auch auf ganz unterschiedliche Weise. Den Anfang machte heute Steinbrück mit seinem "Twitterview". Wirklich viel Substantielles gab es von ihm jedoch nicht zu lesen. Aber das war bei diesem Format auch eher nicht zu erwarten.
Steinbrück verwendete viel Zeit, um auf eher scherzhaft gemeinte Fragen einzugehen. So zum Beispiel, was er vor dem Weltuntergang nach dem Maya-Kalender noch bewerkstelligen wolle (Beantwortet mit einer Gegenfrage), ob er vor dem Weltuntergang noch einen Doktortitel holen wolle (Beantwortet mit einer Gegenfrage), und wo denn das Bier des fragenden Nutzers bleibe (Beantwortet mit einer Gegenfrage).
Der Kanzlerkandidat antwortete zudem, wann man ihn duzen dürfe. Auf die Frage "Dürfen wir Sie jetzt immer und überall Peer statt Herr Steinbrück nennen?" antwortete der Sozialdemokrat: "Treten sie der SPD bei, dann können auch sie mich duzen. Ich bin weder anbiedernd noch distanziert."
Steinbrück, der tippen ließ ("Ich lese, mein Nachbar tippt. Der ist einfach schneller."), ging in den insgesamt 42 Antworten aber auch auf einige politische Dinge ein. So bekannte er sich zu Rot-Grün, befürwortete ein Konjunkturprogramm für die geschwächten Regionen Europas ("eine Art Marshallplan"), sagte ja zu Mindestlohn, Frauenquote und steuerliche Gleichstellung eingetragener Lebenspartnerschaften mit der Ehe.
Steinbrück antwortete auch, warum er nun doch twittere, obwohl er anfangs noch kategorisch ausschloss, dem Kurznachrichtendienst beizutreten, da er dort nicht authentisch wirken würde. Steinbrück ließ schreiben: "weil mich viele Fragen erreichen. Ich werde nicht ständig twittern, also nicht "sitze im Einstein mit Einstein…". 
So ganz warm mit dem Dienst wurde er jedoch noch nicht: Die Antwortet verfasste er mit dem Namen des Fragestellers als @-reply zu Beginn des Tweets. Die Konsequenz: Die Tweets konnten in der Timeline jeweils nur von den Nutzern gesehen werden, die sowohl Steinbrück als auch dem Fragesteller folgen. Als der SPD-Mann darauf hingewiesen wurde kam die harsche Antwort "Sorry, aber das ist doch falsch.
Harmonischer gab sich da der Papst: Eine halbe Stunde nachdem Steinbrück seine Frage-Antwort-Session beendete, setzte der Heilige Stuhl seinen ersten Tweet ab: "Liebe Freunde! Gerne verbinde ich mich mit euch über Twitter. Danke für die netten Antworten. Von Herzen segne ich euch."
Kurz darauf fragte er Heilige Vater: "Wie können wir das Jahr des Glaubens in unserem Alltag besser leben?" Sein dritter Beitrag ist eine Aufforderung: "Sprich mit Jesus im Gebet. Hör Jesus zu, der im Evangelium zu dir spricht. Finde Jesus in den Notleidenden."
Der Papst twittert derzeit auf sieben Accounts in sieben verschiedenen Sprachen. Seine Beiträge waren bis hierher auf allen sieben Kanälen inhaltlich identisch.

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