ARD-Obere schäumen nach Spiegel-Kritik

Publishing Die ARD-Macher geben dem Spiegel Kontra. Sie werfen dem Hamburger Magazin einseitige Berichterstattung vor. "Wider besseren Wissens behaupten die Autoren des Spiegel in ihrem Artikel "Aus der Schaum", das Programm von ARD und ZDF würde stetig an Bedeutung verlieren“, sagt Volker Herres, der Programmdirektor Erstes Deutsches Fernsehen. Der Spiegel würde erfolgreiche Formate unterschlagen: Literaturverfilmungen, den Tatort und das Radioprogramm.

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Herres fragt: "Ist für den Spiegel etwa Quotenverlust gleich Qualitätsverlust?" Er und sein Kollege Wolfgang Schmitz, der Vorsitzende der ARD-Hörfunk-Kommission, reagieren mit ihrer Pressemitteilung peinlich beleidigt auf den Spiegel-Artikel. Fast schon pikiert zitiert die ARD Herres: "Keine Erwähnung fand, wie erfolgreich Das Erste in diesem Jahr etwa mit anspruchsvollen Literaturverfilmungen beim Publikum war: Mit "Die Heimkehr" oder mit "Der Turm". "Tatort" und der "FilmMittwoch im Ersten" zeigen wöchentlich die Qualität, Kreativität und Innovationsfreude der Fernsehfilmredaktionen der ARD und das Publikum schaut begeistert zu." 
Herres verweist zudem darauf, dass man laut Umfragen die besten Nachrichtensendungen und die besten politischen Talkshows im Programm habe. "Im aktuellen Spiegel findet dies keine Beachtung – passt ja auch nicht ins Bild!", so Herres trotzig.
Das Statement von Wolfgang Schmitz liest sich ähnlich. Es sei "bedauerlich", dass die Berichte wie der im Spiegel "die erfolgreichen Radioprogramme der ARD aussparen". Dort bekämen die Deutschen "jede Menge Qualität geboten". Schmitz holt sogar noch weiter aus, sagt: "Die meisten Musikfestivals wären ohne die Beteiligung des ARD-Radios und von Deutschlandradio nicht überlebensfähig. Die Klangkörper der ARD bereichern die regionalen Kulturlandschaften und sind wichtige Kulturbotschafter der jeweiligen Bundesländer."
Tatsächlich nehmen die Autoren des Beitrags "Aus der Schaum" im aktuellen Spiegel (nur Print) – namentlich sind das Markus Brauck, Alexander Kühn, Martin U. Müller und Stefan Niggemeier – auf die von den ARD-Verantwortlichen als Positiv-Beispiele hervorgehobenen Programmelemente keinen Bezug. Die Stoßrichtung des Beitrags ist ein anderer. Es geht mehr um die Mentalität der öffentlich rechtlichen Sender – nicht allein der ARD.
Die Zuschauerquoten seien – hier besonders bei der ARD – längst nicht mehr das was sie mal waren, den Sender fehle es jedoch an Mut, Neues auszuprobieren. Mit Olli Dittrich und Christian Ulmen kommen zwei Produzenten zu Wort, die den öffentlich rechtlichen Sendern mangelnde Flexibilität vorwerfen. Sie hätten innovative Ideen vorgelegt, die Anstalten seien jedoch nicht drauf eingegangen. Auch die Idee hinter dem neuen Rundfunkbeitrag wird kritisiert.

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