Die letzte FTD: vielerorts ausverkauft

Publishing Hätte die "FTD" doch öfter eine solche Aufmerksamkeit erreicht wie am letzten Tag. Angestachelt von Berichten in allen großen Mainstream-Medien - und von der Tatsache, dass die "Final" Times Deutschland eine wirklich besondere Ausgabe geworden ist, schlugen so viele Menschen am Kiosk zu, dass die Zeitung in vielen Großstädten wie Berlin, Hamburg, Frankfurt, München, Köln und Düsseldorf bereits ausverkauft ist. Unterdessen nutzt die Konkurrenz den Hype und wirbt um neue Leser.

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Schon um 7.52 Uhr meldete der erste Nutzer bei Twitter: "Keine FTD am Ostbahnhof – ausverkauft. Schade." Gemeint war der Münchner Ostbahnhof und es sollten in den kommenden Stunden viele solcher Tweets folgen – am Mannheimer Hauptbahnhof, in Köln, am gesamten Münchner Hauptbahnhof, in Berlin, Karlsruhe, Frankfurt am Main, Stuttgart, Hamburg, Dresden und und und.

Ein MEEDIA-Test in Düsseldorf brachte ähnliche Ergebnisse: In den großen Kiosken im Hauptbahnhof gab es bereits um 9 Uhr keine FTD mehr – und im Innenstadtbereich um die Königsallee an ca. 8 Kiosken insgesamt genau noch ein Exemplar. Nicht nur die in der Nähe arbeitenden Handelsblatt-Kollegen dürften sich hier ein Erinnerungsstück gesichert haben.

Offenbar hat der Verlag den Hype vollkommen unterschätzt und viel zu wenige Zeitungen gedruckt. Anders sind solch zahlreiche Berichte nicht zu erklären. Dabei hätte man durchaus mit einem riesigen Andrang rechnen können, schließlich berichteten alle großen Mainstream-Medien über das Aus der FTD – zuletzt auch am Freitag wieder das ARD-Morgenmagazin, das die Redaktion bei der letzten Produktion begleitete. Zudem war seit der offiziellen Verkündung des Endes klar, dass die letzte FTD etwas ganz Besonderes werden sollte.

Selbst im eigenen FTD-Webshop gibt es derzeit nur die Möglichkeit, sich benachrichtigen zu lassen, "sobald wir im Shop für die letzte FTD-Ausgabe wieder Exemplare vorrätig haben". Bei ebay sind zur Stunde noch keine Angebote für die "Final" Times Deutschland zu sehen, sie dürfte dort aber insbesondere in den nächsten Tagen Höchstpreise erzielen.

Unterdessen wollen diverse Wirtschaftsmedien den Hype um das FTD-Aus nutzen und werben um neue Leser. Neben dem Handelsblatt, das sich offenbar die Abo-Kartei der FTD sichert, warb die deutsche Website des Wall Street Journal noch am Donnerstagabend auf FTD.de für sich. Besonders kurios: Am Düsseldorfer Hauptbahnhof – und sicher nicht nur dort – wurden kostenlose Exemplare der britischen "Financial Times" verteilt – mit den Worten: "Heute gratis für Sie – die neue internationale Financial Times – 4 Wochen kostenlos testen". Neu ist die vor über 124 Jahren gegründete Zeitung zwar nun wirklich nicht mehr – aber man kann es ja mal versuchen.

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