FAZ Magazin kommt als Lifestyleblatt zurück

Publishing Das 1999 eingestellte FAZ Magazin wird wiederbelebt. Am 23. Februar kommenden Jahres erscheint das Supplement erstmals wieder als Lifestyle-Hochglanzmagazin. Statt wöchentlich soll das Magazin nur achtmal im Jahr der Zeitung beiliegen. Redaktionell verantwortlich ist Alfons Kaiser, der nicht nur bei Modethemen ein versierter Kopf ist. Als Schwerpunkte neben Mode nennt die FAZ Design, Reise, Beauty, Kunst und Kulinarik – also alles sehr anzeigenaffine Themen.

Werbeanzeige

Einen Neustart des legendären Magazins hatte FAZ-Geschäftsführer Tobias Trevisan schon seit Jahren ins Auge gefasst, aber nie in die Tat umgesetzt. Zu unsicher schienen die Aussichten auf eine ausreichende Refinanzierung eines Wochentitels über Werbeeinnahmen. Seit einiger Zeit gaben die Frankfurter in Kooperation mit der Schweizer NZZ das Lifestyle- und Modemagazin Z heraus. Diese Ko-Produktion gibt Trevisan nun auf und startet wieder ein eigenes Blatt unter dem eingeführten Namen.

Redaktionsleiter Kaiser, der bei der FAZ das Ressort "Deutschland und die Welt" betreut, kündigt an, das Magazin werde "persönlicher". Der FAZ-Fragebogen ("nach Marcel Proust") soll in abgewandelter Form wieder abgedruckt werden – mit Stilfragen. Art Director ist Peter Breul, der auch die Sonntagszeitung der Frankfurter betreut. Als Preis für eine Anzeigenseite nennt der Verlag die Summe von 21.750 Euro.  

Die Einstellung des Titels verkündete der Verlag im Juni 1999 – nach mehr als 1.000 Ausgaben. Die Beilage schrieb schlicht zu hohe Verluste, als dass sie nach Meinung des damaligen Managements weiter tragfähig gewesen wäre. Damals gab es noch kurz Ärger mit dem SZ Magazin, weil beide Supplements zusammen vermarktet wurden und den Münchnern nun unvermittelt der Partner wegbrach. Und dann gingen die Lichter doch schnell aus. Die Tiefdruck-Beilage "Bilder und Zeiten" wurde als kleiner Ausgleich etwas aufgewertet.

Die Rückkehr als FAZ-Beilage wirkt insofern etwas halbherzig, als dass das Heft noch nicht einmal als Monatstitel konzipiert ist. Die Zeit war vor einigen Jahren mutiger, als sie ihr ebenfalls 1999 eingestelltes Zeit Magazin 2007 als wöchentliche Beilage neu erfand. Zu so viel Zuversicht reichte es an der Hellerhofstraße offenbar nicht.

Das Hamburger Abendblatt berichtete vor kurzem, der Verlag der FAZ werde 2012 rote Zahlen schreiben. In der Branche wird die Negativbilanz von 19 Millionen Euro kolportiert. Bei den Münchner Medientagen sagte Trevisan, der einst lukrative Stellenmarkt mache nur noch 8 Prozent vom Umsatz der Zeitung aus – vor gut zehn Jahren waren es noch knapp 50 Prozent. Der Neustart des FAZ Magazins zeigt nun, dass die Frankfurter gewillt sind, neue Erlösquellen über zusätzliche Angebote zu erschließen. Doch um das Magazin wieder zu einer Macht neben SZ Magazin und Zeit Magazin zu etablieren, müssten die Frankfurter etwas mehr in die Waagschale werfen.

Werbeanzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige