Apple-Aktie: schwerster Crash in 4 Jahren

Tech Was war das? Ohne Nachrichten oder Negativmeldungen hat die Apple-Aktie gestern den schwersten Einbruch seit vier Jahren erlitten. Der immer noch wertvollste Konzern der Welt büßte binnen sechseinhalb Stunden 37 Dollar oder 35 Milliarden Dollar seines Wertes ein. Börsenexperten rätseln über den Absturz. Als Hauptgrund wird die Angst von der Fiskalklippe in den USA angeführt: Weil Apple in praktisch jedem großen Fonds vorhanden ist, wird die Position am meisten verkauft, um Liquidität zu schaffen.

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Was war das? Ohne Nachrichten oder Negativmeldungen hat die Apple-Aktie gestern den schwersten Einbruch seit vier Jahren erlitten. Der immer noch wertvollste Konzern der Welt büßte binnen sechseinhalb Stunden 37 Dollar oder 35 Milliarden Dollar seines Wertes ein. Börsenexperten rätseln über den Absturz. Als Hauptgrund wird die Angst von der Fiskalklippe in den USA angeführt: Weil Apple in praktisch jedem großen Fonds vorhanden ist, wird die Position am meisten verkauft, um Liquidität zu schaffen.  

Das kurze, aber kräftige Comeback der Apple-Aktie ist schon wieder zu Ende. Und das genauso abrupt, wie es vor zweieinhalb Wochen mit einem kräftigen Kursschub von 39 Dollar begann – nun ging es 37 Dollar auf nur noch 538 Dollar bergab. Das Minus von sechseinhalb Prozent ist prozentual der größte Einbruch seit Dezember – nominell ist es sogar der größte Kurssturz aller Zeiten!

Wie konnte das passieren – und vor allem: warum? Überraschenderweise gibt es dafür keine eindeutige Erklärung: keine Gewinn- oder Umsatzwarnung, keine enttäuschenden Quartalszahlen oder Produktvorstellungen, nicht mal eine Analystenabstufung. Die Apple-Aktie ging seit Montag in den freien Fall über, verlor seit der Handelseröffnung vor drei Tagen in der Spitze 56 Dollar, und keiner weiß warum eigentlich.

Widersprüchliche Gerüchte belasten Apple-Aktie

Natürlich gibt es Erklärungsversuche. Apple-Staranalyst Gene Munster von Piper Jaffray will seinen Kunden den Apple-Tagescrash so erklärbar machen: "Nokia hat heute den Launch seiner Lumia-Smartphones bei China Mobile vermeldet. Was nicht heißen soll, dass Apple das iPhone in der zweiten Jahreshälfte nicht auch über China Mobile vertreibt", so Munster.

Auch andere Erklärungen erscheinen irreführend: "Die Digitimes vermeldet heute, dass Apples bei asiatischen Zulieferern 20 Prozent weniger Bestellungen für Bauteile des iPhones Auftrag gegeben hat. Das bedeutet aber nicht, dass Apple 20 Prozent weniger Absatz erwartet", stellt Munster klar.

Experten tappen bei Erklärungen im Dunkeln

Und dann sind da noch externe Faktoren, die den Aktienmarkt betreffen: "CNBC berichtet davon, dass eine Investmentgesellschaft die Sicherheiten bei kreditfinanzierten Geschäften mit Apple-Aktien von 30 auf 60 Prozent hochgefahren hat", berichtet Munster.

Auch technische Indikatoren würden nun gegen die Aktie sprechen, nachdem die Rückeroberung der 600 Dollar-Marke gescheitert ist. "Wir glauben, dass der meiste Schaden bereits eingepreist ist, aber es könnte auch noch mal 10 Prozent nach unten gehen", so der Piper Jaffray-Analyst in Anspielung auf die in Trader-Kreisen als "Todeskreuz" bekannte Chartformation.

Fiskalklippe lastet über der Apple-Aktie

Wirklich befriedigend sind vagen Spekulationen allerdings nicht. Vor allem die viel zitierte Fiskalklippe, nach der Kapitalerträge aus Aktiengeschäften und Dividenden in den USA ab dem 1.1.2013 automatisch mit einer weitaus höher Steuern behandelt werden als gegenwärtig, scheint weiter über der Aktie zu lasten.

Als wertvollster Konzern der Welt ist Apple für kurzfristige Verkäufe besonders anfällig. Andere Tech-Konzerne wie Oracle haben ihre Dividendenausschüttung daher bereits vorgezogen, von Apple wird dieser Schritt indes nicht erwartet, berichtet die Deutsche Bank. "Diese Weigerung, eine Dividende eher auszahlen, führt nun zur dritten großen Verkaufswelle seit September", erklärt der Daytrader Jason Schwarz beim Anlegerportal Seeking Alpha.

Und dann sind auch die alten Gründe, die den 200 Dollar-Absturz von Ende September bis Ende November erklärbar gemacht hatten, noch nicht vom Tisch: "Welcher Anleger oder Fonds besitzt die Aktie inzwischen nicht?" hatte sich der Vermögensverwalter Doug Kass gefragt. Wenn die Anzahl der Verkäufer die der Käufer übersteigt, fällt das Papier, auch ungeachtet einer günstigen Bewertung.

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