„Tagesschau“: NDR widerspricht Bild-Bericht

Fernsehen Es hat fast den Anschein, als hätte der aktuelle Tagesschau-Disput zwischen dem NDR und der Bild das Zeug dazu, die Medienbranche noch länger zu beschäftigen. Den Anfang machte die heutige Bild-Polemik gegen das neue, digitale Studio der Nachrichtensendung. In ungewohnter Geschwindigkeit antwortet der NDR nun via Pressemitteilung. Ihr Ton lässt darauf schließen, dass der Sender noch nicht fertig mit der Boulevard-Zeitung ist. Allerdings nennt der Sender nun auch erstmals konkrete Zahlen.

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"Im Budget ist für die Erneuerung des Tagesschau-Studios die Summe von 23,8 Millionen Euro vorgesehen. Dieser Kostenrahmen wird aus heutiger Sicht eingehalten", schreibt NDR-Sprecher Martin Gartzke in einer Stellungnahme zur aktuellen Berichterstattung. "Dies habe ich Bild am Dienstag, 4. Dezember, mitgeteilt; ebenso, dass die Investition deutlich weniger als 25 Millionen Euro inklusive der notwendigen Schulungen beträgt".
In ihrer heutigen Ausgabe ätzt die Bild: "Bei der ‚Tagesschau‘ geht es zu wie auf dem Berliner Flughafen – große Pläne, aber nichts klappt. Ein neues Nachrichten-Studio verschlingt viele Millionen. Und wird immer teurer, weil (fast) nichts fertig wird."
In seiner Antwort deutet der NDR tatsächlich an, dass es möglicherweise zu Verzögerungen beim Start des neuen Studios kommen wird. In einem Blogposting hatte der "Tagesschau"-Chefredakteur Kai Gniffke noch davon gesprochen, dass die Nachrichtensendung noch in diesem Jahr aus dem neuen Studio senden würde. Jetzt sagt Gartzke allerdings: "Das neue Studio wird erst in Betrieb gehen, wenn alle Arbeitsabläufe zu hundert Prozent sitzen. Der Starttermin 26. Dezember wurde ausschließlich von der Bild-Zeitung behauptet, wir selbst haben aus guten Gründen bislang keinen solchen Termin gesetzt."
Neben der "Tagesschau" regt sich der NDR zudem noch über die Bild-Spekulationen zu Anne Will auf. Die Boulevardzeitung hatte geschrieben: "Anne Will (46) könnte ihre Talkshow am Mittwochabend verlieren. Nach Bild-Informationen wurde ein ARD-Intendant damit beauftragt, für die Talkshow-Moderatorin ‚etwas anderes‘ zu finden." Zudem wirft die Bild die Möglichkeit in den Raum, dass die "Tagesschau" ihr Sprecherprinzip aufgibt und mehr auf "moderierende Elemente" setzte.
Diese Ausführungen bezeichnete Gartzke nun als "völlig befremdlich". Es gebe keine Entscheidung über die Zukunft der Talkshows. Es gebe auch keinen Auftrag an eine Intendantin oder einen Intendanten, für Anne Will eine andere Beschäftigung zu suchen. "Geradezu unsinnig wäre es im Übrigen, angesichts des großen Erfolgs der Tagesschau das bewährte Sprecherprinzip aufzugeben. In diesem Fall zitiert Bild mich vollkommen korrekt mit: ‚Alles Quatsch!’".

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