Dapd: Insolvenzverfahren sind eröffnet

Publishing Die Insolvenzverfahren über die Vermögen von sieben zahlungsunfähigen Töchtern der Agenturgruppe dapd sind beim Amtsgericht Charlottenburg eröffnet worden. Die Prüfung bei der dapd nachrichtenagentur GmbH läuft offenbar noch. Der Insolvenzexperte Wolf von der Fecht, der die Geschäfte der Firmen seit Oktober führt, ist weiter als Geschäftsführer tätig. Derweil blickt die Agentur gebannt auf den Stichtag 18. Dezember. Ein New Yorker Gericht entscheidet dann, ob dapd die AP-Lizenz behält.

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An diesem Tag entscheidet sich – zumindest vorerst – mit welcher deutschen Nachrichtenagentur die amerikanische AP in Zukunft zusammenarbeitet. Mit der dapd lief ein Kooperationsvertrag über mindestens zehn Jahre, den AP im November aufgrund der Insolvenz des deutschen Partners kündigte. Stattdessen schloss AP einen Lizenzvertrag mit dpa ab. Dapd-Chef Fecht hat die Kündigung zurückgewiesen. Von der Lizenz hängt die Zukunft der Agentur ab. Nach MEEDIA-Informationen haben bereits eine Reihe von dapd-Kunden ihre Verträge mit der Agentur gekündigt bzw. mitgeteilt, dass sie ihre Zahlungen im Falle eines Verlustes der AP-Lizenz reduzieren werden. Gegenüber dem amerikanischen Gericht hat Wolf von der Fecht angegeben, dass die Firmen bei Entzug der Lizenz nicht überlebensfähig seien.
Die Mitarbeiter der dapd nachrichtenagentur GmbH haben offenbar anders als Mitarbeiter der anderen betroffenen Firmen noch im September ihr normales Gehalt bekommen, was Zeit für die Eröffnung des Insolvenzverfahrens bis Anfang Januar lässt. Die Firma ist das Nachfolgeunternehmen der ehemaligen AP Deutschland, bei der nur eine niedrige zweistellige Zahl von Mitarbeitern angestellt ist. Die Mehrzahl der Redakteure ist bei der dapd nachrichten GmbH angestellt, der ehemaligen Nachrichtenagentur ddp. Dapd ging aus einer Fusion von ddp und AP Deutschland hervor.

Für acht Unternehmen der dapd-Holding, die zwischenzeitlich in HQTA umgetauft wurde, stellten die Eigentümer Peter Löw und Martin Vorderwülbecke Anfang Oktober Anträge auf Eröffnung von Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Bis Ende November dauerte die Phase der vorläufigen Insolvenz für sieben der Firmen, bis dahin zahlte die Bundesagentur für Arbeit auch Insolvenzgelder an die Mitarbeiter. Als Geschäftsführer wirkte der Anwalt und Insolvenzexperte Wolf von der Fecht. Dieser erarbeitete ein Restrukturierungskonzept, das den laufenden Agenturbetrieb ab Dezember finanzieren soll. 98 von 299 von der Insolvenz betroffenen Mitarbeitern wurde Ende November eine Kündigung zugestellt. Gespart wird vor allem bei der Sportberichterstattung, dem Videoangebot und in den Regionalredaktionen.

Die Investoren und Gründer von dapd bleiben bis auf Weiteres im Besitz der Firmen. Wahrscheinlich ist, dass sich beide zurückziehen werden. Doch zunächst muss ein Investor gefunden werden, der künftig für den laufenden Betrieb geradesteht und bei Bedarf investiert. Ein Sprecher des Sachwalters Christian Köhler-Ma, der Geschäftsführer Fecht formal kontrolliert, bestätigte gegenüber MEEDIA die Eröffnung der Insolvenzverfahren.

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